IKEA’s Online Strategie, Influencer Marketing, Online Advertising Duopol und bezahlte Überwachung

Mal wieder einige Netzfundstücke der letzten Tage:

IKEA ändert seine Online Strategie und verkauft jetzt über einen eigenen Amazon Store. Dem E-commerce Riesen entkommt eben keiner. Als Test gestartet soll es anscheinend ausloten, ob und wie IKEA über Amazon neue Zielgruppen erreichen kann. 

Thomas Knüwer beschreibt das Problem bei Instagram Influencermarketing: Die reale Reichweite ist schlecht ermittelbar, der Einfluss ebenso. Das erinnert mich an einen Artikel von David Eicher im Januar diesen Jahres, der empfiehlt auf Mikro-Influencer zu setzen – insbesondere diejenigen, die eine Marke aus der eigenen Fanbase aufbauen kann.

Erschreckend, wenn man solche Zahlen liest: Das neue Duopol der Online Werbung vereint 70% der Online Werbeumsätze auf sich. Google und Facebook dominieren den Markt und es scheint sich noch keine Kartellbehörde dafür zu interessieren.

An einem Bahnhof in Berlin wird ein Pilotprojekt zur Überwachung der Passanten und Reisenden durchgeführt. Wer freiwillig teilnimmt, erhält einen Amazon Gutschein im Wert von 25,-. Angeblich standen die Menschen Schlange um teilzunehmen. Privatsphäre im öffentlichen Raum hat jetzt also ein Preisschild, sie ist erschreckend günstig. 

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Drei Dinge, die Suchagenten wie Facebook M verändern werden.

Facebook M LogoIn einem sehr interessanten Artikel beschreibt Techcrunch, wie die neuen Suchassistenten den Markt für Search revolutionieren werden. Der Auslöser ist, natürlich, das neue „M“ von Facebook. Aber auch Siri von Apple oder Cortana von Microsoft werden in diesem neuen Segment mitmischen.

Die wichtigsten Eckdaten aus dem Techcrunch Artikel:

  • Intelligente, durch A.I. getriebene Assistenten übernehmen in Zukunft immer mehr Aufgaben, die Nutzer heute noch mit konventionellen Suchanfragen zu lösen versuchen.
  • Die Aufmerksamkeit dieser Nutzer kann in Zukunft nicht mehr durch Werbespendings versilbert werden. Nutzer werden bestimmte Informations- und Transaktionswebsites (inklusive deren Werbeeinblendungen) nicht mehr zu sehen bekommen.
  • Das Modell von Google Adwords gerät dadurch in Gefahr. Das Assistenten-Tool Google Now als Google’s eigene Antwort auf das Dilemma scheint zur Zeit vor sich hinzudümpeln, das Team hat Google anscheinend verlassen.

 

In welcher Form sich diese Assistenz-Tools langfristig durchsetzen, wird sich zeigen. Ich vermute es wird noch ein wenig dauern, bis Nutzer auf der Straße freimütig mit ihrem Handy sprechen (Siri), aber textbasierte Interaktion wird sich vermutlich recht schnell durchsetzen.

Wenn sich diese Assistenz-Tools durchsetzen, dann gerät aber nicht nur das Modell von Adwords in Bedrängnis, sondern auch Vieles, das von Online Werbung, insbesondere Adwords, abhängig ist. Drei Dinge fallen mir spontan ein, die dadurch Nachteile erfahren (können).

 

1) Die Werbefinanzierung von Websites wird beeinträchtigt

Viele Websites leben von Online Werbung oder haben diese Einkünfte als eine wichtige, tragende Säule im Business Plan. Paid Content hat sich noch nicht ausreichend durchgesetzt. Insbesondere solche Websites werden verlieren, die Informationen oder Transaktionen bereitstellen, die Nutzer ungern selbst recherchieren. Low Involvement Informationen/Transaktionen sozusagen. Geschäftsreisen (statt Traumreisen) oder tagesaktuelle News (statt Nischen- oder Hobbythemen). Oder Dinge, deren Suche und Filterung (noch) zu komplex für eine A.I. sind, sodass sich Nutzer lieber selbst dransetzen.

Interessant wird in diesem Zusammenhang wieder die Frage nach dem Leistungsschutzrecht sein, die unweigerlich erneut in Deutschland entstehen wird, wenn Assistenz-Tools Informationen von verschiedenen Websites „borgen“, um sie in einer eigenen Aufbereitung darzustellen.

 

2) Die Online-Werbemöglichkeiten für kleinere Unternehmen werden geringer werden

Viele kleine Unternehmen, wie z.B. auch mein Vanille Shop, arbeiten viel mit den „Selfservice“ Werbeangeboten von Google, Facebook und Amazon. Mit meinen Vanille Shop Anzeigen will ich immer präsent sein, wenn ein Nutzer nach relevanten Keywords zu Kochen und Backen mit Vanille sucht. Gerade diese Art von Suche könnte aber durch ein Assistenz-Tool abgelöst werden („Such mir alle Rezepte für Vanille Kipferl und zeige mir das schnellste / beste bewertete etc.“). In so einem Szenario würde der Nutzer meine Vanille Shop Werbung nicht mehr zu sehen bekommen.

Es sei denn, die Assistenz-Tools werden sich langfristig über dennoch eingeblendete Werbung finanzieren. Dann bekäme der Nutzer die vom Tools angezeigte gewünschte Antwort plus eine Auswahl von Werbeanzeigen mit ähnlichen „Antworten“. Was allerdings die Usability vom Tool aus Nutzersicht beeinträchtigen würde. Denn solche Tools wird man ja nutzen, um sich die Informationsflut eingrenzen zu lassen.

 

3) SEO muss sich verändern

Die neuen Assistenz-Tools werden eine neue Spielwiese für SEO Hacker werden. Letztendlich wird es in Zukunft darauf ankommen, bei diesen Assistenten im Relevant Set zu landen. Auch hier wird es Algorithmen geben, die von SEO Experten gehackt oder beeinflusst werden können. Jedoch verändert sich das Spielfeld. Es wird weniger um einzelne Keywords oder einen Linkaufbau, sondern viel mehr um die noch präzisiere Adressierung einer Such-Intention gehen. Wie das funktionieren soll? Das werden uns sicherlich bald ein paar schlaue SEOs erklären.

 

 

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Happy Birthday – 10 Jahre Web Jungle Blog

10GeburtstagWebJungleBlogZehn Jahre ist heutzutage für ein Blog ein durchaus beachtliches Jubiläum. Es gibt noch nicht sehr viele Blogs, die solch eine Historie vorweisen können.

Insofern bin ich sehr stolz darauf, dass dieses Blog heute seinen 10. Geburtstag feiert. Auch wenn die Postings in letzter Zeit in reduzierter Frequenz stattfanden, ist dieses Blog immer noch mein bevorzugter Kanal, um meine Fundstücke bzgl. Digital Marketing zu zeigen und meine Meinung dazu öffentlich darzulegen.

Ursprünglich formierte dieses Blog für das erste halbe Jahr übrigens unter der URL http://jungleweb.blogspot.de. Das war damals ein erster Test, ob mir das Bloggen überhaupt gefallen würde.

Allerdings stellte sich für mich schnell heraus, dass eine eigene, gehostete Blogversion, sehr viel attraktiver ist. Somit zog das Blog im Oktober 2005 auf die eigene Domain web-jungle.com mit einer WordPress Installation um.

Aus der Leidenschaft zum Bloggen sind dann noch das Netzfischer und das Urlaubsnotizen Blog entstanden, plus einige andere, die ich allerdings nicht mehr befülle.

Seit dem ich mich im Juni 2014 als Berater für digitales Marketing selbständig gemacht habe, sollte man meinen, dass ich fast nichts besseres zu tun hätte, als dieses Blog regelmäßig zu befüllen. Aber die Mär von „selbst“ und „ständig“ ist nicht ganz falsch. So wird es hier weiterhin eher unregelmäßg Beiträge geben. Am besten ihr abonniert den RSS Feed.

Warum hänge ich dennoch an diesem Blog, auch wenn ich es nur selten befülle? Wenn auch selten genutzt, ist es für mich die einzige Oberfläche, auf der ich meine Meinung und meine Marketing-Netzfundstücke frei veröffentlichen kann. Manchmal ergibt sich daraus sogar eine interessante Diskussion, wenn auch mehr auf Facebook als hier im Blog.

Auch sonst macht es mir einfach Spaß, über die Zeit hinweg solch eine Sammlung von Fundstücken aufzubauen, in der ich immer wieder gerne stöber, und die mit jedem Jahr interessanter und für mich persönlich wertvoller wird!

Daher: auf die nächsten 10 Jahre 🙂

 

 

 

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WOMI – new ad idea for social media

There is a new ad idea for social media, called WOMI – Word Of Mouth Impression. Developed by a company with a name that says it all: Social Media.

It functions like a mini-application that spreads in my own social network of contacts and friends, and I wonder: does it do that automatically, whenever I interact with it? Here is the description of Techcrunch:

WOMI campaigns present visitors with ads asking them for some kind of input either though a multiple choice question or using a text field. SocialMedia then uses this input to customize ads which are shown to the user’s friends on the same social network.

For example, if an ad for Star Wars had a call-to-action asking if I was on the Light Side or Dark Side of the Force, it could take my response and then present my friends with an ad that said “Jason is on the Light Side, how about you?”. In turn, their responses are passed on to all of their friends, making this among the first kind of advertising with a viral element.

This is spooky, unless they definitely ask users before they present their friends with the answers to the multiple choice questions. It’s like a facebook app that spreads as soon as you launch it, without even asking.

If however, the user stays in full control, it could turn out to be rather interesting. Especially if you get to see all your friends responses later on, too. People love to see how they compare in polls and questionnaires. This can be a huge playground for brands. More effective than regular applications/widgets in a sense, because of the „classical“ advertising component: „pushing“ these polls onto the profil pages of friends and contacts, instead of just mentioning in some news feed „XYZ installed application ABC“.

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Advertisers don’t belong on Facebook…

Advertisers don’t belong on Facebook, says Ted McConnell, Digital Guru at P&G.

Social networks may never find the ad dollars they’re hunting for because they don’t really have a right to them.

he continues. A provocative statement made to the Digital Non-Conference, a program by Cincinnati’s Digital Hub Initiative. His feeling is, that most social network activity is rather private in nature:

„I have a reaction to that as a consumer advocate and an advertiser,“ he said. „What in heaven’s name made you think you could monetize the real estate in which somebody is breaking up with their girlfriend?“

These private conversations are, well, private. But these ads are just as obtrusive as all the advertising in the pub your spending your time with your friends at. We’re used to having social interactions in surroundings covered with advertising. We just don’t want to be interrupted or bothered by it. Most facebook advertising isn’t interrupting. It’s small banner ads on the side of the screen, which I, quite frankly, rarely notice.

And while we talk about moving into places that are largely made up of consumer generated media, he states:

Consumers weren’t trying to generate media. They were trying to talk to somebody. So it just seems a bit arrogant. … We hijack their own conversations, their own thoughts and feelings, and try to monetize it.“

True, but I guess most marketers don’t want to buy regular adspace for the very reason that most people will not notice (nor click) it. So, if they could find more interesting, more effective ways to leverage these communities – e.g. by providing something of more added value, they would happily try it. Like the little ad supported postcards you get in most german pubs. They are widely accepted and people look forward to looking at them every time they pass by the little postcard rack on their way to the rest rooms.

These added value things could be, for example, small applications that enrich your social network profile:

He cited Facebook applications as a potentially valuable vehicle for advertisers, one in which they can create an environment that’s favorable for their brands and consumers alike.

Facebook Apps are just one things. Groups, product profiles, etc. are other possibilities. Imagination and social skills are key to finding these new value adders for social networks…

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Google using neuroscience research to test overlay video ads.

YouTube still doesn’t seem to deliver sufficient revenue and the video ads on offer still haven’t been picked up by the ad community. In addition to the regular display ads, there are also overlay ads, which cover one third of the video. (Google says they will also be introducing pre- mid- and postroll ads, when they’re launching full length videos.)
However, the overlay ads have not yet been widely accepted, so Google has now undertaken a study:

Teaming up with the neuromarketing firm NeuroFocus and the branding consultancy MediaVest, Google conducted a study in which it measured people’s nervous-system responses – through brain-scanning skull sensors, eye tracking, pupil dilation, and galvanic skin response – as they watched YouTube ads.

There were only 40 participants, whose score for overlay ads was apparently above average:

Specifically, after fielding a study among 40 participants last May, InVideo ads scored above average on a scale of one to 10 for measures like “attention” (8.5), “emotional engagement” (7.3) and “effectiveness” (6.6). According to officials, a 6.6 score is considered strong. (Source)

Yet they worked best when in combination with banners:

The combination of overlays with companion banners also grabbed users‘ attention more than banner ads alone, scoring a 6.6 compared to a 6.3 for just banners. (Source)

I can see that getting in-video ads right will be a huge leverage for YouTube to achieve sufficient revenue. And it’s probably one of the best ways to quickly and substantially increase revenue options on the site.

Yet I would prefer more creative and user relevant options for displaying the messages of my clients…

Another interesting fact is the news about the advanced neuroscience approach Google has taken to evaluate their overlay ads. Only 40 participants, but probably much more data available than you would get from 100 traditional focus groups.

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