Die Story von WannaCry: eine Verkettung von Unfähigkeit, Ignoranz und bösen Absichten

Die Story der aktuellen Trojaner-, Wurm- und Ransomsoftware WannyCry ist so hanebüchen, man möchte heulen:

Das Resultat konnte jeder an teilweise sehr öffentlich Plätzen sehen:

 

Wer kann im Jahr 2017 also noch daran zweifeln, dass IT Security eines der wichtigsten Themen für Unternehmen und Politik ist?

Mittlerweile sind über 200.000 Menschen in 150 Ländern davon betroffen. Weitere Wellen werden morgen früh erwartet, wenn sich Millionen Arbeitnehmer weltweit nach dem Wochenende zum ersten Mal wieder einloggen. Zudem werden neue Attacken mit Varianten ohne Kill-Switch erwartet. Die nächste Woche kann spannend werden.

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Netzfischer und Web Jungle sind jetzt eins.

Manche mögen es bemerkt haben: hier auf Netzfischer erscheinen plötzlich die Inhalte meines anderen Blogs: web-jungle.com.

Der Grund ist ganz einfach und gleichzeitig sehr ärgerlich: im Rahmen einer Servermigration wurden die Daten vom ehemaligen Netzfischer Blog nicht korrekt auf den neuen Server migriert. Heisst: Die Inhalte vom Netzfischer Blog sind unwiderruflich verloren. 

Da ich seit einiger Zeit bereits darüber nachdenke, wie ich aus der Nummer herauskomme, zwei Blogs pflegen zu müssen, ist dies eine nicht gewollte, ärgerliche aber auch befreiende Lösung.

Schlimmer wäre es übrigens gewesen, wenn die Web Jungle Inhalte verloren gegangen wären. Denn im Gegensatz zum Netzfischer Blog, wo ich ein wildes Sammelsurium an unterschiedlichsten Inhalten hatte, sind die Web Jungle Posts über viele Jahre sehr fokussiert auf digitales Marketing gewesen. Die Inhalte spiegeln somit zumindest teilweise wider, was ich an Cases und Trends interessant fand.

Somit gibt es jetzt also nur noch ein Blog. Willkommen bei Netzfischer.de – ein Blog über Netzkultur, digitales Marketing und was mich sonst noch so interessiert 🙂

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Social Media News Highlights 2016

 

Die Social Media News Highlights aus 2016 gibt es jetzt in einer Infografik der Agentur Adaptly.

Streng genommen sind vieles keine großartigen News. Wen interessiert es schon, dass Instagram im Februar 200.000 Werbetreibende aufweisen konnte oder Pinterest im April den ersten Präsidenten angestellt hat? 

Andere Dinge sind meiner Meinung nach durchaus erwähnenswert:

Live Video wird im Facebook News Feed priorisiert (März) und Instagram hat jetzt auch Live Video (seit Dezember).

Twitter debütierte Livestreaming während des Wimbledon Tennis Turniers im Juli und livestreamt die NFL Football Spiele jeden Donnerstag.

Instagram hat jetzt auch Stories – und einen Feed, der wie bei Facebook durch einen Algorithmus gesteuert wird. Ersteres ist schön, zweites eher lästig.

Auf Instagram kann man jetzt durch Produkt-Tags und „Shop Now“-Links einkaufen. (Ob das auch in Deutschland rechtlich korrekt umgesetzt werden wird?

Und – last und auch least – wer solch eine Infografik baut, kann sich natürlich auch selbst verewigen. Adaptly war im Februar zum Beispiel der größte Spender für Twitter Ads während der Superbowl und hat Pilotprojekte mit Snapchat und Hootsuite durchgeführt.

 

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Das Adidas Video „Break Free“ basiert auf einem deutschen Spielfilm von 2013.

Aktuell geht ein Video viral durch’s Netz, das der Student Eugen Merher als Initiativprojekt für Adidas gemacht hat und das von Adidas abgeleht wurde. Der Aufschrei ist groß. Websites wie Huffington Post, Fasttocreate und Boredpanda klopfen Eugen auf die Schulter und rügen Adidas. 

Zugegeben, das Video ist sehr gut umgesetzt und die Idee ist rührend: ein ehemaliger Marathonläufer träumt in einem beklemmenden Altersheim davon, zum letzten Mal einen Marathon zu laufen. Die Message: Break free.

 

Soweit so gut. Was viele (englischsprachige) Medien nicht wissen (können): die Idee ist fast identisch mit der eines deutschen Spielfilms aus dem Jahre 2013 mit dem Titel „Sein letztes Rennen„. In diesem Film lebt die Hauptperson, gespielt von Dieter Hallervorden, in einem drögen Altersheim und träumt davon, ein letztes Mal den Berlin Marathon mitzulaufen. Die Story und die Stimmung sind fast identisch, vom verständnislosen Personal bis hin zum weiße Trägerhemd. 

 

 

Ist die Idee geklaut? Es scheint fast so. Das Video ist dennoch ein sehr gutes Werbevideo für Adidas. Und außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz wird vermutlich niemand den Spielfilm kennen.

 

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Amazon Go – Supermärkte ohne Kassen und Schlangen.

Amazon Go soll das erste Shopping Konzept ohne Kassen und Schlangen im Supermarkt werden. Wer ein Smartphone und ein Amazon Konto hat, kann in dem Supermarkt nach Wunsch und Laune die Regale plündern. Intelligente Sensoren und Deep Learning ermitteln, was man gekauft hat und buchen es vom Amazon Konto ab. 

Das erste Geschäft soll Anfang 2017 in Seattle eröffnet werden – das Konzept selbst ist angeblich seit 4 Jahren in der Entwicklung.

Das Scenario erinnert mich an einen IBM TV Spot, den mein früherer Arbeitgeber Ogilvy kreiert hat. Ist von ca. 2000. Hat also nur 16 Jahre gedauert, bis aus einem futuristischen Scenario Wirklichkeit wurde. 

 

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OK Go – the one moment.

 

Wie lange „ein Moment“ andauert, darüber lässt sich trefflich streigen. In diesem Video sind es entweder 4,2 Sekunden oder 4 Minuten. 

Der Clip wurde in lediglich 4,2 Sekunden bei 6000 Frames pro Sekunde abgedreht. Großartiges Kino.

 

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Amazon mit über 230 Millionen Produkte ermöglicht im Long Tail neue Geschäftsmodelle

Es ist keine News, dass Amazon eine Marktmacht im Handel geworden ist – es ist auch bekannt, dass Amazon in weitere Sparten expandiert und zum Beispiel die Pakete in Zukunft selbst ausliefern will, bzw. eigene Packstationen aufstellen wird.

Was mich jedoch wirklich erstaunt hat: Amazon bietet über seinen Marktplatz in Deutschland mittlerweile über 230 Millionen Produkte an. Das zumindest zeigt die folgende Grafik, gefunden bei Statista:
Infografik: Amazon verdoppelt Produktpalette | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Hier sind u.a. Millionen von kleinen Händlern die Ursache. Kein Händler kann heutzutage an Amazon vorbeisehen. Auch wenn die Marge durch die Amazon Gebühren stark geschmälert wird, solch eine Shopping-Reichweite kann man nur schwer mit einer eigenen Website erreichen. Das kann ich aus eigener Erfahrung mit meinem Vanille Shop bestätigen.

Hinzu kommt eine Flut an Händlern, die weniger einer bestimmten Branche oder Produktkategorie versprochen sind, sondern alleine die technischen Möglichkeiten von Amazon ausreizen, um mit irgendeinem Produkt erfolgreich zu sein. Die Herangehensweise ist oft so: Interessante, bislang wenig bespielte Nische finden; bei Alibaba.com Produkte für die Nische finden; Produkte ins Amazon Lager schicken und via FBA (Fulfillment By Amazon) abwickeln lassen; mit einer Mischung aus Amazon Ads und Amazon SEO in die Toptrefferliste bringen, bzw. die essentielle „Buy Box“ erobern.

Websites wie z.B. Private Label Journey liefern hierzu die Tipps, in der dazugehörigen Facebook Gruppe kann man dazu Fragen stellen und diskutieren.

Es entwickeln sich im Windschatten von Amazon ganz neue Unternehmen und Geschäftsmodelle. Längst ist nicht mehr das Produkt oder die Zielgruppe der Fokus, sondern die Frage, wie man am besten den Amazon Algorithmus knacken kann.

 

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