Archiv für April 2011
Apple location tracker – Big Brother weiß wo Du warst!
Das Geschrei ist groß. Seit einigen Tagen schon. Apple schreibt die Ortsdaten sämtlicher iPhones (ab iOS 4) mit. Man kann sich das anzeigen lassen und es ist wirklich verblüffend, was alles mitgeschrieben wird. Ja, man wusste es vorher, die entsprechenden Passagen in den AGBs sind schon vor einiger Zeit durchs Web gewandert und kritisiert worden.
Aber manchmal muss man soetwas einfach sehen, um es zu glauben und sich zu wundern. Hier ist ein Überblick über meine Locations:

Es wurden nur Daten in Europa, Dubai und Asien mitgeschrieben. Meine Reise in den USA tätigte ich noch mit dem iOS3, daher sind meine Aufenthalte dort nicht mitgeschrieben worden. Aber: Dubai? Dort war ich nur ein paar Stunden. Dennoch erscheint der Punkt auf der Karte! Beeindruckend und erschreckend zu gleich.
Interessant ist vor allem die Deutsche Karte. Hier sind viele Orte richtig. Hamburg, Berlin, Köln, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und München sind durchaus Orte, wo ich mich oft aufhalte.
Aber all die gelben und roten Punkte sind falsch. Von vielen dieser Orte wusste ich bis heute gar nicht, dass es sie gibt. Angeblich gibt es manchmal Probleme bei der Triangulation, aber einige dieser Orte sind viel zu weit von meinen üblichen Trampelpfaden entfernt.
Das Tool, mit dem Ihr diese Maps erstellen könnt, kann man hier runterladen. Es liest auch Daten aus dem Backup in iTunes, ich hatte mein iPhone z.B. gar nicht angeschlossen, als ich diese Karten erstellte.
Die AGBs von Apple (Deutschland) haben dafür bereits den Big Brother Award bekommen.
Bei Netzpolitik bekommt Ihr einige Tipps, wie man dies alles einschränken / verhindern kann.
Blogrundschau zur re:publica 2011 – Meinungen aus dem Netz.
Meinen eigenen Bericht habe ich gestern Abend bereits verfasst. Mittlerweile finde ich jedoch weitere positive und negative – naja, eigentlich fast ausschliesslich negative – Berichte im Web, hier ein paar Beispiele:
- re:publica 2011 – Das war nichts! (eine äußerst negative Kritik)
- re:publica XI – mein rundblickender Rückumschlag (ebenfalls sehr negativ)
- #rp11 – Ein Schuß in den Ofen (nochmal negativ)
- re:trospektive: re:infall re:publica (dito)
- Re:Publica 2011 – ein re:cap (zur Abwechselung auch ein paar positive Punkte)
- re:publica 2011: ein kritisches Fazit (Kritisch, wie der Titel schon sagt)
- re:publica XI: Warum ich es besser getroffen habe als die Königin und die Außenminister(Positives und Negatives)
- “Show your fucking face” oder die re:publica 11 (Ebenfalls sehr negativ)
- Re-Publica 11: Oder Felix Schwenzel (eher positiv, mit zuversichtlichem Ausblick auf 2012)
- Subjektive Versatzstücke zur re:publica (auch Gemecker)
- Rückblick – re:publica 2011 (Johnny Häuslers eigener Rückblick)
- re:organisation (positiv)
- fiene & re-publica #3 (positiv)
- Nerdtreff – Die Netzliga trifft sich (neutral bis positiv)
- Nerd-Utopien: Die Luft ist raus (Re:publica 11) (negativ)
- Ein Rückblick auf die re:publica 2011 und die eigene Ignoranz (neutral bis positiv)
- Orgie der Bedeutungslosigkeit (negativ)
- Ein kleiner Zwischenbericht zur Re:publica #rp11 (negativ)
- re:publica11 – Vom Engagement und Enpowerment: Über meine, deine, unsere Verantwortung (negativ, inkl. Appel)
- re:publica 2011 – Ein Erlebnisbericht (positiv)
- re:publica – Flachbildschirmrückseiten-Beratung und Trolle (positiv)
- Die Kommunikationsexplosion und der Platz an der Steckdose: Christians Resumée der re:publica 2011 (neutral bis positiv)
(Inzwischen inkl. einiger Updates, Stand Sonntag, 13:35h. Diese Liste werde ich kontinuierlich erweitern, wenn ich neue Beiträge finde)
Was sich durch viele Kritiken durchzieht:
- Die Kalkscheune, bzw. das gesamte räumliche Setup war zu klein und verwinkelt für die mittlerweile stark angewachsene Zahl an Besuchern (ca. 3.000). Die Sessionplanung teilweise ungünstig, interessante Vorträge fanden in zu kleinen Räumlichkeiten statt.
- Die mangelhafte Netzabdeckung durch WLAN hat viele erzürnt (angeblich schaffen es die Veranstalter der SXSW, ein WLAN für die 10fache Zahl an Besuchern aufzusetzen).
- Sehr durchwachsene Qualität an Sessions. Insbesondere die Auftakt Session “Design Thinking” wurde kritisiert, es gab keine Killerkeynote. Gunther Dueck und Sascha Lobo, aber auch Julia Probst mit ihren Ausführungen zur Gebärdensprache.
So schlecht, wie einige Kritiker sich über die re:publica äußern, fand ich das alles nicht. Wenn man sich die Kritiken durchliest, dann hatte vieles sicherlich mit nicht erfüllten Erwartungen zu tun.
Bei 3.000 Leuten ist es aber unmöglich, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Abgesehen von einigen sich durch alle Kritiken durchziehenden Themen stammten viele Kritikpunkte eher aus der eigenen Enttäuschung.
Vielleicht sind die Organisatoren gut beraten, im Rahmen der Planung der re:publica 2012 durch eine Online Umfrage die wichtigsten Kritikpunkte zu ermitteln.
Eine neue Location soll es ja angeblich geben, wie in zwei der Beiträgen steht. Da bin ich mal gespannt.
Neues Twitter Branding: in Zukunft nur noch @Netzfischer
Einige werden es von selbst bemerkt haben, andere sind einem Link in meinem Twitter Stream gefolgt: aus meinem Twitter Profil “@webjungle” wird jetzt “@netzfischer”. Ansonsten bleibt das meiste gleich.
Warum mache ich das? Hier einige Gründe, die den Wechsel ermöglichen:
- Mittlerweile ist ein wirklich konsequentes Netzfischer Branding möglich. Vor einiger Zeit berichtete ich davon, dass ich die Domain Netzfischer.de gekauft habe. In dem Deal war auch der Twitter Handle “@netzfischer” enthalten.
- Ich habe gemerkt, dass mir Twittern und Bloggen auf Deutsch sehr viel leichter fällt. Ich habe zwar viele Jahre in den USA und Schottland verbracht, aber Muttersprache ist Muttersprache. Deutsche Tweets/Blogposts schreibe ich häufiger und lieber.
- Mittlerweile sind viele, wenn nicht sogar die meisten meiner Follower deutschsprachig.
Das sind aber nur Dinge, die den Wechsel erleichtern. Der Grund, den Wechsel tatsächlich durchzuführen ist ein anderer.
WebJungle ist mein Blog über Marketing im weitesten Sinne und deckt letztendlich nur meine berufliche Passion ab. Das soll auch so bleiben, zumindest was das Blog betrifft.
Mein Interesse an Netz-Dingen greift aber sehr viel weiter. Das Netzfischer Blog war schon lange eine Spielwiese für diese Inhalte, und ich habe mich hier zunehmend lieber aufgehalten. Meine Marketing Interessen (WebJungle) sind ja nur ein Teilausschnitt meiner Netzinteressen generell (Netzfischer).
Ein weiterer, nicht ganz unwichtiger Grund: ich glaube, dass “Netzfischer” einprägsamer als “WebJungle” ist. Insbesondere für den Deutschen Sprachraum, in dem ich mich zunehmend rumtreibe. Als ich im Juli 2007 mit Twitter anfing, war ich noch sehr stark im internationalen Social Web unterwegs. Das hat sich mittlerweile geändert.
Insofern ist es nur konsequent, meinen Twitter Handle darauf hin zu ändern. Mir ist klar, dass ich dadurch einige internationale Follower verlieren werde. Ebenso werde ich vielleicht einige Follower verlieren, die sich wirklich nur für (Social Media) Marketing interessieren.
Längerfristig sollte dieser Wechsel aber für mehr Klarheit sorgen, was ich auf Twitter in Zukunft veröffentlichen werde: viel kurioses aus dem Netz, Links und Insights. Nur ab und an – so wie es sich in der letzten Zeit ja auch eingependelt hat – mal etwas über digitales Marketing.
Musikvideo in Slowmotion
Erstaunlich, wie immer wieder Ideen und Experimente aus dem Web ihren Einzug in kommerzielle Dinge finden.
Zum Beispiel die Idee, eine Einfahrt in einen Bahnhof mit einer Kamera mit 210 Bildern pro Sekunde zu filmen und dann 7x langsamer – mit 30 Bildern pro Sekunde abzuspielen.
So geschehen bei diesem Musikvideo (“Low Guns”, von SixToes, www.sixtoes.co.uk):
Dass die Idee nicht neu ist, zeigt dieses ein paar Monate ältere Video auf YouTube:
Dass das Musikvideo sogar von diesem YouTube Video inspiriert wurde, steht in den Credits.
(Mehr Infos zu dem ursprünglichen Video gibt es hier)
Dancing with invisible light
Faszinierende Aufnahmen, die Audrey Penven mit einer Infrarotkamera und dem unsichtbaren “Licht” der Kinect von Microsoft gemacht hat:
Auf Flickr schreibt die Künstlerin selbst:
With these images I was exploring the unique photographic possibilities presented by using a Microsoft Kinect as a light source. The Kinect – an inexpensive videogame peripheral – projects a pattern of infrared dots known as “structured light”. Invisible to the eye, this pattern can be captured using an infrared camera. The Kinect uses the deformation of this dot pattern to derive 3D information about its subjects (an ability which has already spawned an explosion of incredible digital art).
As a photographer I am most interested in the nature and quality of light: how light behaves in the physical world, and how it interacts with and affects the subjects that it illuminates. For this shoot my models and I were essentially working blind, with the results visible only after each image was captured. Together, we explored the unique physicality of structured light, finding our way in the darkness by touch and intuition. Dancing with invisible light.










