Apple location tracker – Big Brother weiß wo Du warst!

Das Geschrei ist groß. Seit einigen Tagen schon. Apple schreibt die Ortsdaten sämtlicher iPhones (ab iOS 4) mit. Man kann sich das anzeigen lassen und es ist wirklich verblüffend, was alles mitgeschrieben wird. Ja, man wusste es vorher, die entsprechenden Passagen in den AGBs sind schon vor einiger Zeit durchs Web gewandert und kritisiert worden.

Aber manchmal muss man soetwas einfach sehen, um es zu glauben und sich zu wundern. Hier ist ein Überblick über meine Locations:

Es wurden nur Daten in Europa, Dubai und Asien mitgeschrieben. Meine Reise in den USA tätigte ich noch mit dem iOS3, daher sind meine Aufenthalte dort nicht mitgeschrieben worden. Aber: Dubai? Dort war ich nur ein paar Stunden. Dennoch erscheint der Punkt auf der Karte! Beeindruckend und erschreckend zu gleich.

Interessant ist vor allem die Deutsche Karte. Hier sind viele Orte richtig. Hamburg, Berlin, Köln, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und München sind durchaus Orte, wo ich mich oft aufhalte.

Aber all die gelben und roten Punkte sind falsch. Von vielen dieser Orte wusste ich bis heute gar nicht, dass es sie gibt. Angeblich gibt es manchmal Probleme bei der Triangulation, aber einige dieser Orte sind viel zu weit von meinen üblichen Trampelpfaden entfernt.

Das Tool, mit dem Ihr diese Maps erstellen könnt, kann man hier runterladen. Es liest auch Daten aus dem Backup in iTunes, ich hatte mein iPhone z.B. gar nicht angeschlossen, als ich diese Karten erstellte.

Die AGBs von Apple (Deutschland) haben dafür bereits den Big Brother Award bekommen.

Bei Netzpolitik bekommt Ihr einige Tipps, wie man dies alles einschränken / verhindern kann.

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Blogrundschau zur re:publica 2011 – Meinungen aus dem Netz.

Meinen eigenen Bericht habe ich gestern Abend bereits verfasst. Mittlerweile finde ich jedoch weitere positive und negative – naja, eigentlich fast ausschliesslich negative – Berichte im Web, hier ein paar Beispiele:

(Inzwischen inkl. einiger Updates, Stand Sonntag, 13:35h. Diese Liste werde ich kontinuierlich erweitern, wenn ich neue Beiträge finde)

Was sich durch viele Kritiken durchzieht:

  • Die Kalkscheune, bzw. das gesamte räumliche Setup war zu klein und verwinkelt für die mittlerweile stark angewachsene Zahl an Besuchern (ca. 3.000). Die Sessionplanung teilweise ungünstig, interessante Vorträge fanden in zu kleinen Räumlichkeiten statt.
  • Die mangelhafte Netzabdeckung durch WLAN hat viele erzürnt (angeblich schaffen es die Veranstalter der SXSW, ein WLAN für die 10fache Zahl an Besuchern aufzusetzen).
  • Sehr durchwachsene Qualität an Sessions. Insbesondere die Auftakt Session „Design Thinking“ wurde kritisiert, es gab keine Killerkeynote. Gunther Dueck und Sascha Lobo, aber auch Julia Probst mit ihren Ausführungen zur Gebärdensprache.

So schlecht, wie einige Kritiker sich über die re:publica äußern, fand ich das alles nicht. Wenn man sich die Kritiken durchliest, dann hatte vieles sicherlich mit nicht erfüllten Erwartungen zu tun.

Bei 3.000 Leuten ist es aber unmöglich, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Abgesehen von einigen sich durch alle Kritiken durchziehenden Themen stammten viele Kritikpunkte eher aus der eigenen Enttäuschung.

Vielleicht sind die Organisatoren gut beraten, im Rahmen der Planung der re:publica 2012 durch eine Online Umfrage die wichtigsten Kritikpunkte zu ermitteln.

Eine neue Location soll es ja angeblich geben, wie in zwei der Beiträgen steht. Da bin ich mal gespannt.

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Neues Twitter Branding: in Zukunft nur noch @Netzfischer

Einige werden es von selbst bemerkt haben, andere sind einem Link in meinem Twitter Stream gefolgt: aus meinem Twitter Profil „@webjungle“ wird jetzt „@netzfischer“. Ansonsten bleibt das meiste gleich.

Warum mache ich das? Hier einige Gründe, die den Wechsel ermöglichen:

  • Mittlerweile ist ein wirklich konsequentes Netzfischer Branding möglich. Vor einiger Zeit berichtete ich davon, dass ich die Domain Netzfischer.de gekauft habe. In dem Deal war auch der Twitter Handle „@netzfischer“ enthalten.
  • Ich habe gemerkt, dass mir Twittern und Bloggen auf Deutsch sehr viel leichter fällt. Ich habe zwar viele Jahre in den USA und Schottland verbracht, aber Muttersprache ist Muttersprache. Deutsche Tweets/Blogposts schreibe ich häufiger und lieber.
  • Mittlerweile sind viele, wenn nicht sogar die meisten meiner Follower deutschsprachig.

Das sind aber nur Dinge, die den Wechsel erleichtern. Der Grund, den Wechsel tatsächlich durchzuführen ist ein anderer.

WebJungle ist mein Blog über Marketing im weitesten Sinne und deckt letztendlich nur meine berufliche Passion ab. Das soll auch so bleiben, zumindest was das Blog betrifft.

Mein Interesse an Netz-Dingen greift aber sehr viel weiter. Das Netzfischer Blog war schon lange eine Spielwiese für diese Inhalte, und ich habe mich hier zunehmend lieber aufgehalten. Meine Marketing Interessen (WebJungle) sind ja nur ein Teilausschnitt meiner Netzinteressen generell (Netzfischer).

Ein weiterer, nicht ganz unwichtiger Grund: ich glaube, dass „Netzfischer“ einprägsamer als „WebJungle“ ist. Insbesondere für den Deutschen Sprachraum, in dem ich mich zunehmend rumtreibe. Als ich im Juli 2007 mit Twitter anfing, war ich noch sehr stark im internationalen Social Web unterwegs. Das hat sich mittlerweile geändert.

Insofern ist es nur konsequent, meinen Twitter Handle darauf hin zu ändern. Mir ist klar, dass ich dadurch einige internationale Follower verlieren werde. Ebenso werde ich vielleicht einige Follower verlieren, die sich wirklich nur für (Social Media) Marketing interessieren.

Längerfristig sollte dieser Wechsel aber für mehr Klarheit sorgen, was ich auf Twitter in Zukunft veröffentlichen werde: viel kurioses aus dem Netz, Links und Insights. Nur ab und an – so wie es sich in der letzten Zeit ja auch eingependelt hat – mal etwas über digitales Marketing.

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re:publica revisited – eine Nachlese der Highlights. #rp11

Drei Tage re:publica, jede Menge interessante Sessions, viele sympathische Menschen, etliche schöne Gespräche und viel zu viel Club Mate… Die re:publica 2011 – meine erste, man sollte es kaum glauben – war großartig.

Es war leider unmöglich, alle guten/vielversprechenden Sessions zu besuchen. Es gab davon zu viele und vor allem: zu viele gleichzeitig. Schade, aber sonst hätte die Veranstaltung vermutlich noch mehr Tage dauern müssen. So musste man des öfteren unangenehme Entscheidungen treffen.

Einige Sessions hielten wiederum nicht, was Titel und Beschreibung suggerierten. Das konnte man als „Pech“ verbuchen und ein wenig im Internet surfen (solange das WLAN verfügbar war).

Was den nächsten Punkt einleitet: auch dieses Jahr war die re:publica in Teilen eine „offline“ Konferenz. WLAN ging nur begrenzt, auch UMTS/Edge war manchmal nicht verfügbar. Sehr ärgerlich auf einer Konferenz, bei der der virtuelle Austausch über z.B. Twitter ein nicht unerheblicher und amüsanter Bestandteil ist.

Welche Sessions haben mich begeistert? Hier die absoluten Highlights aus meiner Sicht:

  • Geek Politics & Anonymous: faszinierend, was zur Zeit „im Untergrund“, sprich bei Anonymous an Aktivitäten läuft, wie diese „Gruppierung“ organisiert ist. Bei welchen Aktionen sie tätig waren, was ihr Codex ist, etc. Echt beeindruckend, wie aus einer „lolz“ Kultur bei Sites wie 4chan quasi echter Aktivismus wurde.
  • Spiel das Leben: ähnlich wie schon bei einem TED Vortrag über „Game Layer“ drehte es sich hier um Spielemechanismen. Zum einen um Gestaltung und Wirksamkeit dieser Mechanismen, zum anderen aber auch um deren mögliche Applikation im realen Leben, bzw. in „ernsthaften“, geschäftlichen Anwendungen. Ein Trend, der seit einiger Zeit im Raum schwebt und mich zunehmend fasziniert!
  • Trollforschung: Sascha Lobo mit einem Vortrag auf der Grenze zwischen Ernst und Entertainment:
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Auch sehr gut, aber nicht notwendigerweise ein Highlight waren:

Bei den anderen Sessions, die ich besucht habe, die „Pech“-Sessions, muss man dazu sagen, dass das Programm mit den näheren Beschreibungen nur Online, und durch das ständig ausfallende WLAN dadurch teilweise gar nicht verfügbar war. Dadurch habe ich mir einige Sessions rein nach Titel ausgesucht, was leider nicht immer zum Erfolg geführt hat…

Fazit: Alles in allem Klasse, hat sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank an die Organisatoren, Helfer und insbesondere natürlich die Speaker!

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Musikvideo in Slowmotion

Erstaunlich, wie immer wieder Ideen und Experimente aus dem Web ihren Einzug in kommerzielle Dinge finden.

Zum Beispiel die Idee, eine Einfahrt in einen Bahnhof mit einer Kamera mit 210 Bildern pro Sekunde zu filmen und dann 7x langsamer – mit 30 Bildern pro Sekunde abzuspielen.

So geschehen bei diesem Musikvideo („Low Guns“, von SixToes, www.sixtoes.co.uk):

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Dass die Idee nicht neu ist, zeigt dieses ein paar Monate ältere Video auf YouTube:

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Dass das Musikvideo sogar von diesem YouTube Video inspiriert wurde, steht in den Credits.
(Mehr Infos zu dem ursprünglichen Video gibt es hier)

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Medienübersicht der Geburtstagsglückwünsche

Früher waren Geburstage übersichtlicher. Man bekam einige Geburtstagskarten, etliche Anrufe (am Geburtstag durfte immer nur das Geburtstagskind ans Telefon gehen!), einige kamen vielleicht auch persönlich vorbei. Es sei denn man feierte, dann waren natürlich alle da.

Mittlerweile splittern sich die Geburtstagswünsche auf deutlich mehr Medien auf. Zum letzten Geburtstag (ja, das war gerade erst vor einer Woche!), sah der Medienmix so aus:

  • 90 Einträge auf der Facebook Pinnwand / DMs über Facebook
  • 8 Messages über Xing
  • 4 E-Mails (davon 1 unpersönliche Werbe-E-Mail)
  • 3 Telefonanrufe
  • 3 SMS
  • 1 DM über Twitter
  • 1 Skype Call
  • 1 Karte per Post (eine Werbung meines Lieblings-Burger Restaurants Jim Block, ink. eines Gutscheins für einen Mini Cheese 🙂 )

Die gute alte Snail Mail liegt also zusammen mit Twitter und Skype auf dem letzten Platz der Nutzung für die Übermittlung von Geburtstagsglückwünschen. Und Facebook dominiert hier inzwischen die Kommunikation – zumindest in meinem Fall.

Wäre mal interessant zu wissen, was für einen Geburtstagsglückwunsch-Medienmix heutzutage in der Gesamtbevölkerung dominiert!?

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Dancing with invisible light

Faszinierende Aufnahmen, die Audrey Penven mit einer Infrarotkamera und dem unsichtbaren „Licht“ der Kinect von Microsoft gemacht hat:

Dancing with Invisible Light

Auf Flickr schreibt die Künstlerin selbst:

With these images I was exploring the unique photographic possibilities presented by using a Microsoft Kinect as a light source. The Kinect – an inexpensive videogame peripheral – projects a pattern of infrared dots known as „structured light“. Invisible to the eye, this pattern can be captured using an infrared camera. The Kinect uses the deformation of this dot pattern to derive 3D information about its subjects (an ability which has already spawned an explosion of incredible digital art).

As a photographer I am most interested in the nature and quality of light: how light behaves in the physical world, and how it interacts with and affects the subjects that it illuminates. For this shoot my models and I were essentially working blind, with the results visible only after each image was captured. Together, we explored the unique physicality of structured light, finding our way in the darkness by touch and intuition. Dancing with invisible light.

Mehr Fotos gibt’s auf Flickr.

(Bei Nerdcore gefunden)

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