Liveblogging vom Barcamp Hamburg 2008 Tag 2

Heute werde ich nicht ganz so viel live bloggen, da ich sonst zu wenig mitkriege… Heute gibt es wieder jede Menge interessante Sessions.

  • Erste Session: Die Zukunft des Web 2.0/Social Media. Bisher wird über TV im Web und mehr Streaming, Mobile Apps, Sprach- und Gestensteuerung gesprochen. Wie privat wird man später sein können, wenn man sämtliche Informationen online abrufen kann? Und wie werden die Daten organisiert.
  • Zweite Session heute: „It’s the people, stupid“. Etwas über virales Marketing, bin schon sehr gespannt. Amos steigt mit dem Clip über virales Marketing ein, den seine Firma vm-people gerne zeigt. Es geht um Mundpropaganda und die Tatsache, dass Leute miteinander reden. Mundpropaganda systematisch planen & stimulieren. Fängt an mit einer Social Network Analysis. Influentials (Fans) finden. Viral Marketing a la carte: Identify, Involve, Connect, Collaborate, Navigate. Erster Faktor: „Der Rede wert sein“. Das löst Kollaboration aus, d.h. sich darüber auszutauschen. Am Anfang steht also eine virale Leitidee, die zu Stickiness führt. Der anschliessende Dialog mit den Usern muss auf Augenhöhe erfolgen. Die bittere Wahrheit bei iPhone Apps: get viral or don’t quit your day job. Viral ist ein Effekt, für den begeisterte User verantwortlich sind. Produkte, die von Netzwerkeffekten profitieren, sind immer viral (Beispiel Telefon). Schöne Erkenntnis: Egal wie digital es wird. Alles endet im Realen. Die Triebfeder beim viralen Marketingist existenzielles Besserwissen 🙂 Wir brauchen keine Zielgruppedenke, keine Sinusmilieus. Die Zielgruppe „selektiert“ sich von selbst. Das Netz bildet die Vernetzung seiner User ab. Das Marketing mus dieser Struktur folgen.
  • Und nun: PROKrastination. Vorteile des Aufschiebens, oder so. A clean house is the sign of a wasted life. Achtung: Listen geben einem zu unrecht abends das Gefühl, produktiv gewesen zu sein. Structured Procrastination: Unangenehme unwichtige Dinge ganz oben auf die Liste schreiben, dann erledigen sich andere Dinge auf der Liste wie von selbst. Kriterien: Macht die Arbeit unmittelbar Spass, Ist sie irgendwie relevant, verbessert sie langfristig das Leben oder führt sie zu Projekten, die einen der anderen Punkte erfüllt? Mindestens zwei Kriterien müssen zutreffen, sonst sollte man den Auftrag nicht annehmen. Weitere Erkenntnisse: Schlechtes Gewissen ist unnütz, Arbeit nimmt immer die für sie vorgesehene Zeit ein, Selbstdisziplin kostet Energie. Probleme sind wie dreibeinige Hunde, sie kommen immer zu denen, die sich um sie kümmern. Immer versuchen, die Verantwortung anderen zu übergeben (nicht: ich melde mich bei Dir, sondern: meld Dich bei mir). Wichtige Briefe nie am Samstag aufmachen. Man ärgert sich sonst das ganze Wochenende. Gute Ideen brauchen keine Listen, sie verlassen den Kopf nie wieder. Alles in allem eine gute Diskussionsrunde, ich werde später mehr berichten.
  • Jetzt gibt es hoffentlich eine gute Idee gegen Global Warming. Mal schauen. Global Warming ist allseits bekannt. Was kann man ändern? Erstens: Transparenz kann Veränderungen herbeiführen, Nabatztag kann Augen öffnen: Wenn der Stromverbrauch im Haushalt hochgeht, dann werden z.B. die Ohren vom Nabaztag rot. So wird der eigene Stromverbrauch transparent gemacht. Zweitens: Feedback kann Lerneffekte erzeugen: Was kann man machen, um Energie zu sparen? Was für Ideen gibt es dafür? Drittens: Grow your Karma: Du bekommst Punkte, wenn Du Leute davon überzeugst, Energie zu sparen, besser noch, wenn die Punkte bares Geld bringen. Mögliche Ergebnisse: Kreativität kann durch diese Maßnahmen „explodieren“, der Wettstreit um die besten Idee kann Spaß machen. Die Diskussion startet allerdings in die falsche Richtung, wir müssen anscheinend erstmal klären, ob CO2 überhaupt für die Erderwärmung verantwortlich, bzw. ob es überhaupt eine relevante Erderwärmung gibt… Vielleicht sollte man die Diskussion auch nicht auf CO2 beschränken. http://twitter.com/andy_house – da tweeted ein Haus seinen Strom- und Wasserverbrauch, etc. Geil auch: die Coinlamp. So kann man Stromkosten transparenter machen.
  • Letzte Session für heute: SEO. Kann eine sehr spannende Session werden: Es wurde erstmal verkündet, dass die Session nicht gefilmt werden darf, und es wurde darum gebeten, dass Google MItarbeiter sich outen. Gleichzeitig wird die Session mit Cello-Musikuntermalt. Wir werden uns jetzt SEO Tricks anhand von Websites der Beteiligten ansehen. Punkt 1: Site: Abfrage bei Google. Zeigt alle Seiten, die Google von der eigenen Website kennt. Was man dazu noch wissen muss: wie oft wurde ein Keyword gesucht, und wie oft wurde die eigene Site geklickt. Sehr geil ist die Abfrage nach „Abnehmen und Kekse“ Oder Valentinstag. Metadescription und Titel auf jeder Seite individuell machen. Sonst liefert Google diese Seiten nicht mehr einzeln aus. Weiterer Tipp: Sitemap.xml sollte in der Robots.txt eingetragen werden. Sitemap ist eine sehr strategische Frage. „Revisit after“ in den metatags ist auch nur noch eine urban legend, daran hält sich nur noch eine einzige Suchmaschine in Chikago… Vorsicht mit 302 Umleitungen (Permanently removed), besser ist 301 für Subdomains. Mannomann, was man alles beachten muss! Noch ein Tipp: als Link Text immer relevanten Text benutzen! Google arbeitet nur bis zu 100 Links auf einer Seite ab. Und: zuviele Tags schaffen aus Sicht von Google zuviel Duplicate Content. Wer meldet Paid Links bei Google? Natürlich die Konkurrenz, aber auch Whitehat SEOs. Also Vorsicht mit Paid Links. Taugen anscheinend nix mehr. Interessant also auch die Tatsache, dass man Konkurrenten damit schaden kann. Viele Links kaufen und auf einen Konkurrenten verlinken. SEO Quake, Live http, Linkdiagnosis, als SEO Tools, SEO Linkanalysis (oder so ähnlich).

So, das wars. Hat Spaß gemacht. Doch mehr gebloggt als ursprünglich gedacht, die Sessions waren aber auch gefühlt interessanter als gestern…

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Liveblogging vom Barcamp Hamburg 2008

Die Session Planung und die ersten Session fanden schon statt, ich bin etwas spät dran mit diesem Blogpost. Je nachdem, wie ich dazu komme, berichte ich hier ein wenig von den Sessions.

  • Die erste Session, die ich besucht hab, wurde von Daniel von Neckermann gehalten (man weiss ja: wir sind hier beim Otto Versand!). Es ging um Landing Pages, wie man sie am besten aufbaut, und in der anschliessenden Diskussion auch noch darum, wie man sie optimieren könne. EInprägsamstes Statement der Session: Optimierung ist die Cashcow der Zukunft.
  • Nächste Session: Mobile 2.0, von Cellity. Anfangs ein paar Fakten und Trends, zwischendurch eine Vorstellung von Cellity. Notizen: admob für mobile Werbung; Adressbuch 2.0 von Cellity – wodurch man Adressen von allen Plattformen bündeln kann. Mobile Zeitgeist TagCloud. Gute Studien zum Thema gibts z.B. von Admob (welche Handymodelle auf Werbung zugreifen) und Opera. Die Cellity WebApp sieht schick aus. Aggregiert alles mögliche (twitter, facebook, etc.)
  • Nach dem Mittagessen: Corporate Twitter. Es gibt sogar ein paar Leute in dieser Session, die nicht twittern… Hornbach twittert, TÜV Rheinland twittert. Es geht vorrangig um die inhalte beim Twittern, und sollte auch eine persönliche Komponente haben. Nicht einfach nur „Geschäftszahlen“, Pressemitteilungen und Angebote. Wann Twitter für Unternehmen nützlich ist: „das kommt drauf an…“. Wenn die Zielgruppe es nutzt, zum Beispiel. Und wenn das Produkt/der Service dazu passt. Auch diese Session ist (wiedermal) viel zu voll. Unternehmensstrukturen und -kulturen werden sich aufgrund dieser neuen Kommunikationsformen sehr ändern (müssen). NASA twittert. Eine These: Unternehmen können es sich irgendwann nicht mehr erlauben, nicht zu twittern. Passives beobachten/Monitoring von Twitter ist Pflicht. Wie oft soll man nachschauen? Kommt ebenfalls drauf an. Mehrfach täglich, wenn möglich.
  • Und nun: Crowdsourcing und Journalismus. Aber erstmal: Diverse Hintergründe und Beispiele von Crowdsourcing (threadless, myfootballclub.co.uk, sellaband, Innocentive). Sehr interessant: Crowdsourced Preisvergleiche in NY vom Radiosender WNYC. (zwischenzeitlich hat die Batterie meines Laptops den Geist aufgegeben)
  • Nächste Session: social media ag. Erst Vorstellungsrunde, jetzt Vorstellung der ag. Ziel: measurements jenseits von PI und visits. Genau mein Thema. Eine Idee: Entwicklung eines Social Media Index. Wie der genau aussehen soll und ob der letztendlich deutschlandweit etabliert werden kann, wird sich zeigen.
  • Letzte Session für heute: Obama Online Marketing. Es geht aber nicht um Politik, wird extra noch mal hervorgehoben. Der große Unterschied bei den YouTube Testimonials: die von Obama waren sehr viel authentischer, die von McCain oftmals im Studio nachbearbeitet. Obama war auf sehr viel mehr Social Media Plattformen präsent. Sehr viel mehr Widgets, die Leute auf ihren Websites einbauen konnten. McCain hat User incentiviert, auf bestimmten Websites positive Kommentare zu schreiben. Riesige Unterschiede zwischen McCain und Obama in der Anzahl der Fans auf Facebook – was nicht überrascht. Bei MySpace ein sehr ähnliches Bild. Die quantitativen Zahlen bei Google sagen natürlich nichts über die Qualität der Links und Beiträge aus. 90% der Wahlkamfspenden für Obama waren kleine Beträge ($1-$100). MIttlerweile findet eine offene Diskussion statt.

Soweit so gut. Morgen gehts weiter.

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Zeitkapseln und 3 Jahre alte Mails

Wow, ich bin echt beeindruckt. Die E-Mail Zeitkapsel, die ich vor 3 Jahren abgesendet habe, funktioniert tatsächlich immer noch. Die E-Mail vom 18.11.2005 überraschte mich heute, als ich durch’s Haus laufend auf dem iPhone meine E-Mails checkte.

Die etwas merkwürdige Nachricht lautete:

„E-Mail aus 2005“
Greetings from your past. In the fall of 2005, you agreed to receive this message, which has been preserved for a year in the Forbes.com E-Mail Time Capsule. For more details, visit http://www.forbes.com/capsule

Doch natürlich fiel es mir gleich wieder ein. Bin sehr beeindruckt, dass das funktioniert hat.

Interessant ist natürlich auch, dass ich meine damalige Situation in die E-Mail geschrieben hatte, mir der Spekulation, was ich wohl 3 Jahre später machen würde – beruflich wie privat.

Einiges davon hat sich geändert, verbessert. Einiges ist gleich geblieben. Nach 3 Jahren darf man aber auch nicht allzu viel erwarten.

Jetzt bin ich natürlich darauf gespannt, ob ich in weiteren 2 Jahren die 5-Jahres E-Mail bekomme, oder in 7 Jahren die 10 Jahres E-Mail.

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