Marcus Tandler: Rise of the Machines (aka Google)

Man muss es ihm lassen: Marcus Tandler hält sehr amüsante Vorträge. Über 230 Powerpoint Folien in 29 Minuten. In diesem Video erläutert er, was Google wirklich vor hat. Denn die Suchmaschine von Google ist nur einer von vielen Wegen, das Feld der künstlichen Intelligenz zu erschliessen.

Mit jeder Suchanfrage und jeder Nutzung von Google Maps, Google Now oder Android lernt die Maschine. Alles, was ihr im Web oder mit euren Smartphones oder zuhause mit euren Nest-Thermostaten macht, wird Teil des kollektiven Wissens von Google. Es ist erschreckend. Seht selbst, die 29 Minuten sind nicht nur amüsant, sondern auch sehr erhellend.

 

 

 

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Aus Google wird Alphabet. Sonst ändert sich nichts, oder?

Google LogoEine Meldung, die auf den ersten Blick wie eine typische Unternehmensberater getriebene Umfirmierung aussieht, letztendlich aber mehr Tragweite mit sich bringt, als auf den ersten Blick sichtbar wird: Der Konzern Google wird in Alphabet umbenannt. Das Suchmaschinengeschäft wird eine Tochter von Alphabet – und weiterhin Google heißen. Klingt wirr, ist aber ein schlauer Schachzug.

What is Alphabet? Alphabet is mostly a collection of companies. The largest of which, of course, is Google. This newer Google is a bit slimmed down, with the companies that are pretty far afield of our main Internet products contained in Alphabet instead. What do we mean by far afield? Good examples are our health efforts: Life Sciences (that works on the glucose-sensing contact lens), and Calico (focused on longevity). Fundamentally, we believe this allows us more management scale, as we can run things independently that aren’t very related. (mehr dazu im Googleblog)

Das Webgeschäft von Google hat mit vielen Projekten, die im Konzern laufen, relativ wenig gemeinsam. Google ist eine Cashcow, letztendlich geht es darum, Nutzern die richtigen Inhalte (und Werbeanzeigen) auf Basis von Unmengen von Daten vorzusetzen. Das macht Google seit Jahren sehr erfolgreich und verdient damit viel Geld.

Die anderen Projekte kosten vermutlich viel Geld und erfordern eine ganz andere Expertise, als das Kerngeschäft von Google.

Um diese Projekte fokussierter voranzutreiben, werden eigene CEOs für die neuen Töchterunternehmen engagiert. Gleichzeitig kann jedes Unternehmen mit einer eigenen Marke in seiner Branche glaubwürdiger auftreten, als die Marke „Google“ das könnte.

Auch die zukünftige Tochter Google muss sich in Zukunft stark auf ihr Kerngeschäft fokussieren können. Facebook mit „Atlas“ und Amazon Advertising arbeiten an Werbemodellen, die dem Google Modell ernsthafte Konkurrenz machen werden, jeder Ansatz auf seine eigene Art und Weise. Kein schlechter Zug, wenn sich Google dieser Problematik fokussierter stellen kann.

Ein weiterer Nebeneffekt, der vielleicht nicht ganz unwichtig ist, wenngleich ich nicht glaube, dass es bei der Entscheidung zur Umstrukturierung eine Rolle gespielt hat: wenn die Marke Alphabet als Holding in den Hintergrund tritt, dann wird die breite Allgemeinheit irgendwann vergessen oder gar nicht erst mitbekommen, welche Konzerne alle in dem Konglomerat stecken und miteinander Daten austauschen können.

Wir dürfen gespannt bleiben, wie die Aktienmärkte diese Strategie bewerten werden. Die erste Reaktion war anscheinend positiv.

 

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Eine Gefahr für die Netzneutralität: „Die Bombe“

Das Geschäftsmodel von Adblock Plus wurde bereits als „Internetwegelagerei“ bezeichnet. Ein von Nutzern installierter Filter, der fast jegliche Online Werbung ausblendet – und nur gegen Bezahlung wieder eingeblendet wird.

Die aktuelle Initiative einiger Telekom Unternehmen führt allerdings noch sehr viel weiter. Ein Projekt mit dem internen Namen „Die Bombe“ soll sämtliche Werbung auf mobilen Endgeräten ausblenden. Ähnlich wie bei Adblock Plus soll es Unternehmen wie z.B. Google möglich sein, durch Zahlung einer noch nicht näher definierten Summe die Werbung wieder einblenden zu lassen.

Der Auslöser für diese Initiative ist das Argument, dass Anbieter wie Google die Infrastruktur nutzen, um mit Werbung Geld zu verdienen – sich aber nicht an den Kosten für diese Infrastruktur beteiligen.

Die teilnehmenden Mobilfunkanbieter wollen auf diesem Weg vor allem Google dazu bewegen, sich wieder mit an den Verhandlungstisch zu setzen und doch nochmal darüber nachzudenken, ob man nicht Teile der Werbeeinnahmen abgeben möchte. (Quelle)

Das klingt wie Erpressung. Zahl uns Geld, oder wir schalten dir deine Einnahmequelle ab, Google?

Mit diesem Schritt wäre die Netzneutralität wieder einmal gefährdet. Die Initiative wird allerdings mehr Verlierer haben, als nur die Unternehmen, die Werbung vermitteln. Denn Google schaltet die Werbung nur, dahinter stecken weitere Stakeholder, die von Online Werbung profitierten:

  • Website Betreiber, die mit Werbung Geld verdienen. Insbesondere viele Nischenangebote, die auf Online Werbung angewiesen sind.
  • Nutzer, die Websites besuchen, die aufgrund solcher Werbung kostenlos bleiben können.
  • Unternehmen, die mit ihrem Geschäftsmodell stark auf Online Werbung angewiesen sind.

Auf die ersten beiden Punkte wird in vielen Blogs hinlänglich eingegangen. Der dritte Punkt ist allerdings ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Aufgrund meines eigenen kleinen Online Shops – dem Vanille Shop – weiss ich sehr gut, was mich diese Initiative kosten könnte: schlimmstenfalls ca. 23% meines Traffics stammt aus Google AdWords. Das wäre für meinen kleinen Online Shop ein ziemlich herber Verlust. Und das nur, weil die Telekom Unternehmen die Hals nicht voll genug bekommen können. Wird die Infrastruktur nicht bereits von den Nutzern mitbezahlt, die ihren DSL-Anschluss teuer bezahlen?

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine Infratstruktur wie das Internet in staatliche Hände gehört (wie z.B. das Straßennetz), oder zumindest sehr starkt reguliert werden sollte!

 

 

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Wie Google funktioniert – das Buch von Eric Schmidt als Slideshare-Präsentation

Sogar Eric Schmidt, ein gestandener CEO, musste dazu lernen, um ein Unternehmen wie Google erfolgreich zu machen. Er hat also Google nicht irgendwelche etablierten Management-Methoden übergestülpt, sondern anscheinend dafür gesorgt, dass die bereits bestehende Google-Kultur halbwegs vernünftig arbeitet.

Es geht darum, die richtigen Leute zu finden: „Smart Creatives“, die darauf brennen, in kleinen Gruppen schnell Ideen und dann Prototypen zu entwickeln.

Strukturen für Kreativität zu schaffen. Strukturen, die auch ein Scheitern zulassen (siehe übrigens auch die aktuelle Brandeins über „Scheitern“), idealerweise mit einem Serendipitösem Ausgang (keine Ahnung, ob es das Wort gibt – auf Englisch ist es „serendipitous“).

Aber lest selbst, es sind nur 54 kurzweilige Slides:

 

 

 

 

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Die VG Media schmollt und schimpft über das Google „Monopol“.

GoogleMonopol-1Holt das Popcorn raus, es gibt wieder Neues vom Leistungsschutzrecht, der Schlammschlacht zwischen Google und der VG Media – sprich der VG deutscher Mediendinosaurier.

 

Was ist passiert?

Ganz einfach. Google hat auf das durch die Medienlobby angetriebene Verabschieden des Leistungsschutzrechts reagiert wie erwartet. In den Suchergebnissen werden keine Snippets oder Bildvorschauen mehr angezeigt. Stattdessen sind nur noch die Überschriften inkl. Link sicht- und klickbar.

Das ist im Prinzip ein fast marktübliches Verhalten. Die einen legen einen Preis für Textsnippets und Vorschaubilder fest (und setzen dieses Vorgehen sogar per Gesetz durch – ist das noch fair?), der andere Player entscheidet sich, das nicht zu „kaufen“ und zeigt diese Snippets einfach nicht mehr an.

 

Was regt die VG Media so auf?

Soweit so gut, sollte man denken. Allerdings ist das für die VG Media anscheinend nicht gut genug. Jetzt schreien und zetern sie, dass Google seine Marktmacht ausnutzt, um die Verlage dazu zu zwingen, die Snippets kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Erpressung nennen sie das. Die VG Media will, dass Google gezwungen wird, die Textsnippets zu kaufen. Oder, wie Stefan Niggemeier es formuliert:

Die VG Media wirft Google vor, diejenigen Verleger zu „diskriminieren“, die von Google für die Anzeige ihrer Inhalte Geld wollen, und zwar dadurch, dass es deren Inhalte nur noch in der kostenlos erlaubten Form anzeigt. Die „Erpressung“ besteht aus VG-Media-Sicht darin, dass Google auf diese Weise „die Zustimmung der Verleger zu einer unentgeltlichen Nutzung der Inhalte erzwingen“ will.

Und das ist der eigentliche Aufreger. Mir geht das Verhalten der VG Media mächtig gegen den Strich.

Natürlich es ärgerlich, dass die Snippets entfernt wurden. Und ja, Google hat über 90% des Suchmaschinenmarktes.

Aber: Google hat die Verlinkung auf die Medienseiten nicht komplett gelöscht. Die Nutzung von Headline und Link war von den Medien ausdrücklich als zulässig definiert worden. Die Medien können sich also immer noch über kostenlosen Traffic freuen. Google hat nicht den Auftrag, Webtraffic gleichmäßig und gerecht über die deutschen Medien zu verteilen.

 

Und das regt mich auf!

Man könnte sogar so argumentieren: VG Media hatte vorher mit den Snippets einen Vorteil gegenüber allen anderen Websites (z.B. Blogs). Jetzt müssen sie sich wie alle anderen Websites in der Liste der Suchergebnisse einreihen.

Was für eine Dreistigkeit? Sie wollen nicht nur in der Suche besser dastehen als andere Websites, sie wollen dafür auch noch bezahlt werden!

Die Deutschen/Europäischen Medien, IT- und Webunternehmen haben es einfach nicht geschafft, ein ähnlich gutes Angebot auf den Markt zu bringen. Und weil das ja blöd ist, stampft die VG Media mit dem Fuss auf und fordert die Gesetzeshüter auf, die Interessen der Deutschen Medien per Regulierung durchzusetzen.

Das Problem ist: der Großteil der Deutschen Bevölkerung wird von diesem Streit in erster Linie durch – na wen wohl? – erfahren: richtig. Dieselben Medien, die gerade gegen Google vorgehen. Die VG Media hat also auch eine gewisse Markt beherrschende Stellung und man darf gespannt sein, wie sie diese (aus-) nutzen werden.

Ich könnte mich noch Tage lang darüber aufregen, deshalb höre ich hier am besten auf.

 

 

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Google Glasses bei der Gadget Night Hamburg

 

Zur Gadget Night in Hamburg soll jeder ein Lieblings-Gadget seiner Wahl mitbringen, das man den anderen vorstellt. Auf der heutigen Gadget Night hatte Stefan Keuchel von Google einen der Prototypen des bereits mit Spannung erwarteten Google Glass dabei und stellte diesen allen vor. Wie man sich denken kann, wollte jeder die „Brille“ an- und ausprobieren und Stefan erklärte wieder und wieder sehr geduldig alle Features.

Bis jetzt kann die „Brille“ nicht viel. Ungefähr 6 bis 8 Befehle (wir haben nicht alle gezeigt bekommen). „OK Glass, take a picture“ war das erste, was jeder ausprobieren durfte. Als nächstes konnte man wahlweise fragen, wie alt David Bowie ist, oder wie das Wetter in Hamburg ist.

Leider war es sehr laut in der Kopiba, so dass Google Glass mich manchmal nicht verstanden hat, und ich auch nicht gehört habe, wie mir Google Now die Ergebnisse meiner Anfragen vorgelesen hat.

 

Google_Glas

 

Eine meiner zentralen Fragen hat sich heute geklärt: ich kann normalerweise mit meinen Kontaktlinsen nicht im absoluten Nahbereich von 3-4 Zentimetern scharf sehen. Das war jedoch überhaupt kein Problem, ich konnte den Daumennagel großen Bildschirm sehr gut scharf sehen. Keine Ahnung, wie Google das gelöst hat. Für Brillenträger wird allerdings noch an einer Lösung gearbeitet. Die Gadget Night Gäste mit Brille gingen heute leer aus und konnten Glass nicht ausprobieren.

Übrigens: Die „Brille“ hat keine Gläser, es ist nur ein Gestell um den kleinen Bildschirm zu halten.

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