Fast schon Science Fiction: 700 Terabyte in einem Gramm DNA.

Micah's DNAFast schon wie in einem Science Fiction Film: in naher Zukunft wird es möglich sein, gigantische Datenmengen in einem Krümel DNA unter einem Fingernagel zu verstecken. Oder einem einzigen falschen Haar.

In Harvard ist es jetzt gelungen, 700 Terabyte an Daten in 1 Gramm DNA zu speichern.

Man kann, so steht’s in dem Artikel, sämtliche Daten der Menschheit (sogar alle Katzenbilder) in ein paar hundert Kilo DNA speichern.

Gelesen wird die DNA genauso, wie man auch bisher DNA entschlüsselt. Das Verfahren ist in den letzten Jahren so effizient geworden, dass man auch längere DNA Sequenzen innerhalb weniger Stunden entschlüsseln kann – und nicht wie früher innerhalb einiger Wochen.

Dabei funktionieren die einzelnen DNA Stränge ähnlich wie die Datenpakete, die per TCP/IP über das Internet geschickt werden: Jeder DNA Strang hat einen 19-bit Adressen-Block am Anfang, sodass die Daten der einzelnen DNA Stränge schnell wieder zusammengepuzzelt werden können.

Wie das genau funktioniert steht in diesem Artikel.

Was mich an dieser Nachricht am meisten fasziniert sind die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

Mein Science Fiction Gehirn dreht gerade völlig frei:

  • Man kann sämtliche Informationen der Welt in ein paar Kilo DNA verstecken. Zum Beispiel in einer Kühltruhe im Keller. Oder verbuddelt im Hintergarten.
  • Gutgesinnte Agenten oder bösartige Terroristen können diese Informationen in eine Frühstücksdose über sämtliche Grenzen schmuggeln.
  • Datendealer können sich als Gemüseläden tarnen.
  • Jeder Mensch kann ein komplettes persönliches Datenbackup unterm Fingernagel verstecken.
  • Während andere Datenträger vermutlich nach einiger Zeit den Geist aufgeben, wird man noch in tausenden von Jahren die Daten aus der DNA auslesen können. Wenn man dann noch den Schlüssel dazu weiss.
  • Es könnten sich jetzt schon in der DNA verschiedener Lebewesen die Daten aus der Vergangenheit befinden, z.B. damaliger Aliens (OK, Erich von Däniken lässt grüßen…).

Ich fand ja schon die Idee von Tesafilm als Datenspeicher faszinierend. Aber der Gedanke, solche Mengen an Daten in winzigen DNA Strängen zu speichern, ist einfach unglaublich.

Hier ist noch ein Video zum Thema:

 

 

Foto von flickr, CC lizensiert)

 

Continue Reading

Ist Deutschland an der Euro Misere schuld?

Deutschland hat einen jährlichen Exportüberschuss von über 200 Milliarden Euro. In den letzten 15 Jahren ist so ein Leistungsbilanzüberschuss von 2 Billionen Euro zusammengekommen.

Das ist, wie gesagt, ein Überschuss. Deutschland hat im Wert von 2 Billionen mehr an andere Länder verkauft, als es selbst importiert hat.

Andere Länder haben im Zweifelsfall Schulden aufnehmen müssen, um diese Waren von Deutschland zu kaufen. Somit ist Deutschland an der Europäischen Misere mitschuldig. Leider sehen das viele der verantwortlichen Politiker nicht.

Jetzt, wo Draghi den Euro abwertet, wird es zwar für die kleineren Länder einfacher, ihre Exporte zu steigern – aber auch Deutschland wird mehr einnehmen. Die deutschen Exportüberschüsse werden also noch größer werden, steht hier.

Deutschland muss also über mehrere Jahre ein Leistungsbilanzdefizit einfahren, damit die anderen Länder die Möglichkeit haben, ihr Defizit, ihre Schulden gegenüber Deutschland abzubauen.

Was mich an der Diskussion stört: es wird nicht darauf eingegangen, ob die 2 Billionen Exportüberschüsse durch Exporte nach Europa oder sogar weltweit entstanden sind? Wie viele Euros von den jährlichen 200 Milliarden steigern wirklich die Schulden der Euro-Länder, und welcher Anteil entsteht durch Exporte in Länder anderer Kontinente?

Auch die Euro-Abwertung ist nicht wirklich differenziert betrachtet: die Euro-Länder werden die Euro-Abwertung im Zweifelsfall nicht durch billigere deutsche Produkte wahrnehmen – die deutschen Waren werden für Griechen und Italiener gleich billig oder teuer bleiben. Lediglich die Importe werden teurer. Dadurch kann es sich natürlich ergeben, dass bislang importierte Güter durch deutsche Produkte ersetzt werden. Aber wie hoch wird der Anteil wirklich sein?

Die zu erwartenden Steigerungen deutscher Exporte aufgrund des günstigen Euro werden viel eher durch Exporte in Länder anderer Währungsräume entstehen.

Sehr interessant finde ich die Idee vom neuen Griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis, der eine alte Keynesianische Idee wiederbeleben will: ein globaler Überschuss-Umwälz-Mechanismus. Eine Art Transfer-Union, bei der z.B. Deutschland ab einer bestimmten Summe Zinsen auf seine Überschüsse zahlen muss.

 

Continue Reading