Blogs und Identifikationsfiguren.

Frank Huber macht sich – wie so viele in letzter Zeit – Gedanken darüber, warum die Blogs in Deutschland so hinterherhinken:

Jede erfolgreiche Bewegung, jedes erfolgreiche Unternehmen, jeder erfolgreiche Hollywood-Film hat eine Identifikationsfigur. Nur die Blog-Szene hat keine. Daher dümpeln meines Erachtens die Blogs seit Jahren in Deutschland vor sich hin.

Ich frage mich wirklich, warum wir in Deutschland für alles eine Identifikationsfigur brauchen? Haben die Amis denn so jemanden gehabt? In den Kommentaren wurde Seth Godin vorgeschlagen. Aber das halte ich für Unsinn. Seth Godin ist innerhalb der Marketing / Digerati Szene bekannt, aber er ist bei weitem nicht bekannt genug, um die hohe Akzeptanz und Nutzung von Blogs in den USA zu rechtfertigen. Ausserdem: Hatten die Franzosen eine Identifikationsfigur?

Die Blogosphäre in den USA wurde meiner Meinung nach sehr stark durch die Vorfälle am 11.9.2001 geprägt. Damals haben einige Blogs die regulären Medien ersetzt, weil deren Websites einfach vor lauter Traffic zusammengebrochen sind. Ähnlich wie Spiegel Online damals bei uns. Ein paar Blogs haben es geschafft, als Quelle für News weiterhin relevant zu bleiben und haben die Blogosphäre dadurch inspiriert. (Das alles ist allerdings nur meine persönliche Meinung auf Basis völlig fragmentierter Beobachtungen.)

Generell gibt es in den USA mMn viel mehr Blogs, die einen gewissen Newscharakter haben und für die Leser eine gewisse Alternative zu den Massenmedien bieten. Denn ich meine nicht nur die üblichen Geek und Tech-News, wie man sie hier viel liest, sondern eine wirklich lesenswerte Auseinandersetzung mit dem Tagesgeschehen (News oder Gossip, das sei mal dahingestellt). Auch die Wahlkämpfe wurden in den USA sehr viel mehr durch die Blogs begleitet. Und jetzt geht es wieder so los.

Wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, was die Franzosen anders gemacht haben. Aber: neulich hatte ich eine Studie in der Hand, in der deutlich zu sehen war, dass Deutschland im Bereich Blogs deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt hinterher hinkt, im Punkt Foren aber die Nase relativ weit vorn hat. Wir sind anscheinend ein Land der Foren, wir brauchen den geordneten Diskurs.

Helau!!

(Ach nein, das war ja schon vorbei!)

(via Blogbote)

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Spam als Indikator für Präsenz in der Blogosphäre?

Robert Basic schreibt über den Anstieg der täglichen Spam Kommentare in seinem Blog.

Ich kann das bestätigen, auch ich habe in den letzten Tagen sehr viel mehr Spam erhalten. Allerdings immer dasselbe, und es wird langsam echt langweilig: Immer wieder Viagra, Cialis, Xanax und Phentermine. Erst jetzt neu dazu gekommen: Hydrocodone und Hypotheken – also „mortgages“. Ist ja schliesslich alles auf Englisch.

Mal im Ernst, weiss irgendjemand, wozu das alles gut sein soll und ob das was taugt? Denn sonst muss ich mir das mal kaufen und ausprobieren.

Was viel erstaunlicher ist: Robert hat insgesamt über 300.000 Spams bekommen (wie ist eigentlich der Plural von Spam?). Und ich nur 3.500. Das gibt mir doch ein wenig zu Denken. Ist Spam vielleicht auch ein Indikator von Präsenz in der Blogosphäre? Ist mein Blog für Spammer soooo uninteressant? Hallo?
Lohnt es sich eventuell in Zukunft, damit anzugeben, wieviel Spam man pro Tag erhält?

Klar ist natürlich, dass Robert mit seinen ca. 177 Posts pro Tag (oder Minute?) sehr viel öfter diverse Services pingt, wo Spam-Bots nachsehen, wo sie wieder tätig werden können. Und ich mit meinem einen Post alle 177 Tage erscheine dort natürlich sehr viel weniger, weshalb ich von den Spam-Bots verschont werde.

Wer also seine Ruhe haben möchte, sollte weniger posten. Dann bekommt man übrigens auch weniger Kommentare, weniger Diskussion und muss sich weniger Gedanken machen. Noch wirkungsvoller ist es natürlich, die Kommentarfunktion einfach abzuschalten oder sogar das Blog wieder in statischem HTML zu verfassen. Aber ich schweife ab.

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Was andere in Eurem Alter bereits erreicht haben…

… das kann man hier sehen: Auf der Website des Museums of Conceptual Art.

Things Other People Accomplished When They Were Your Age

Klar ist auch, dass es jede Menge Menschen gibt, die in meinem Alter bereits sehr viel mehr erreicht haben. Nur wenn man dann liest, was Augustus bis dahin schon erreicht hat…:

After defeating Antony and Cleopatra’s forces in a naval battle, Augustus became the master of the Roman world.

Mit anderen Worten: Herrscher über fast die gesamte damals bekannte Welt. Naja, das ist ja heute sowieso nicht mehr möglich. Ausserdem musste man sich damals sehr viel mehr beeilen, denn man lebte ja nur 40-50 Jahre.

Wenn man der Meinung sein sollte, etwas fehlt – z.B. wenn die eigenen bisherigen Leistungen nicht ausreichend berücksichtigt worden sind – dann kann man das einschicken:

Please send me your own accomplishment(s)

1. Great or unusual accomplishments by people over 50.
2. Inspirational achievements that anyone could do (for example, community involvement).
3. Ordinary, everyday, or humorous accomplishments.
4. Worthless, pathetic or dubious accomplishments.

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Ben Saunders bei TED Talks

Ich habe ja schon mal über die TED Talks geschrieben. Ein weiteres Highlight: Ben Saunders, der alleine den Weg über’s Eis von Russland bis zum Nordpol auf Skiiern zurückgelegt hat.

Bei TED erzählt er seine Geschichte dazu. Ein sehr amüsantes und inspirirendes Video. (Nein, ich plane keine Nord- oder Südpol Expedition. Ich plane überhaupt keine Expedition.)

bensaunders.jpg

Mehr Informationen zu dieser Expedition gibt es hier.

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Ein paar AvaStar Fakten…

Meine letzten Einträge bewegen sich anscheinend nur noch zwischen der virtuellen Baustelle „Second Life“ und der realen Baustelle vor meiner Haustür 😉

Auf der Website Medienhandbuch.de gibt es ein Interview mit dem Projektleiter der Second Life Zeitung „Avastar„. Darin steht, dass die Anfangsinvestition im 6-stelligen Bereich liegt – und die Downloads der Zeitung momentan im 5-stelligen Bereich liegen. Allerdings ist die Zeitung (noch) kostenlos. Später soll das Blatt umgerechnet fast 42 cents kosten, was ich persönlich sehr viel finde.

Das zweite Finanzstandbein sind Anzeigen, die in der Zeitung gebucht werden können. Diese sollen ca. 10.000 L$ für eine 1/1 Anzeige kosten. Und gebucht wird wohl schon reichlich. Kann sich die Zeitung nicht vielleicht auch in Zukunft nur durch Werbung finanzieren? Ich frage mich nämlich, ob die Zeitung auch dann noch soviel gelesen wird, wenn sie Geld kostet.

Ob die Zeitung letztendlich erfolgreich sein wird, kann man spätestens dann sehen, wenn die Leute sich das PDF ausdrucken (warum hat man sonst ein PDF Format gewählt?) und morgens in der U-Bahn lesen. Statt der Bild Zeitung, zum Beispiel.
Mittlerweile gibt es übrigens auch eine Deutsche Ausgabe des AvaStar.

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