IKEA’s Online Strategie, Influencer Marketing, Online Advertising Duopol und bezahlte Überwachung

Mal wieder einige Netzfundstücke der letzten Tage:

IKEA ändert seine Online Strategie und verkauft jetzt über einen eigenen Amazon Store. Dem E-commerce Riesen entkommt eben keiner. Als Test gestartet soll es anscheinend ausloten, ob und wie IKEA über Amazon neue Zielgruppen erreichen kann. 

Thomas Knüwer beschreibt das Problem bei Instagram Influencermarketing: Die reale Reichweite ist schlecht ermittelbar, der Einfluss ebenso. Das erinnert mich an einen Artikel von David Eicher im Januar diesen Jahres, der empfiehlt auf Mikro-Influencer zu setzen – insbesondere diejenigen, die eine Marke aus der eigenen Fanbase aufbauen kann.

Erschreckend, wenn man solche Zahlen liest: Das neue Duopol der Online Werbung vereint 70% der Online Werbeumsätze auf sich. Google und Facebook dominieren den Markt und es scheint sich noch keine Kartellbehörde dafür zu interessieren.

An einem Bahnhof in Berlin wird ein Pilotprojekt zur Überwachung der Passanten und Reisenden durchgeführt. Wer freiwillig teilnimmt, erhält einen Amazon Gutschein im Wert von 25,-. Angeblich standen die Menschen Schlange um teilzunehmen. Privatsphäre im öffentlichen Raum hat jetzt also ein Preisschild, sie ist erschreckend günstig. 

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Social Media News Highlights 2016

 

Die Social Media News Highlights aus 2016 gibt es jetzt in einer Infografik der Agentur Adaptly.

Streng genommen sind vieles keine großartigen News. Wen interessiert es schon, dass Instagram im Februar 200.000 Werbetreibende aufweisen konnte oder Pinterest im April den ersten Präsidenten angestellt hat? 

Andere Dinge sind meiner Meinung nach durchaus erwähnenswert:

Live Video wird im Facebook News Feed priorisiert (März) und Instagram hat jetzt auch Live Video (seit Dezember).

Twitter debütierte Livestreaming während des Wimbledon Tennis Turniers im Juli und livestreamt die NFL Football Spiele jeden Donnerstag.

Instagram hat jetzt auch Stories – und einen Feed, der wie bei Facebook durch einen Algorithmus gesteuert wird. Ersteres ist schön, zweites eher lästig.

Auf Instagram kann man jetzt durch Produkt-Tags und „Shop Now“-Links einkaufen. (Ob das auch in Deutschland rechtlich korrekt umgesetzt werden wird?

Und – last und auch least – wer solch eine Infografik baut, kann sich natürlich auch selbst verewigen. Adaptly war im Februar zum Beispiel der größte Spender für Twitter Ads während der Superbowl und hat Pilotprojekte mit Snapchat und Hootsuite durchgeführt.

 

Adaptly2016SocialHighlightsInfographic2

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Twitter Flight School – jetzt auch für Deutschland.

Bei Twitter hagelte es in letzter Zeit Headlines. Wichtige Köpfe verlassen das Unternehmen. Die Nutzerzahlen entwickeln sich nicht zufriedenstellend. Das Produkt soll durch längere Tweets besser gemacht werden. Man muss sich fragen,

Eine positive Nachricht für alle Marketiers in Deutschland: Twitter wird jetzt die Flight School auch für Deutsche Unternehmen und Agenturen ausrollen.

Dass Plattformen wie Facebook/Instagram, Google und jetzt auch Twitter aktiv Agenturen und Unternehmen betreuen halte ich für sehr sinnvoll. Insbesondere für Kreativagenturen. Anfangs kümmerten sich die Plattformen – aus Vertriebssicht natürlich richtig – nur um Mediaagenturen. Seit einigen Jahren gibt es zumindest bei Google und Facebook Teams, die sich speziell um Kreativagenturen kümmern. Denn gerade in größeren (meist klassisch geprägten) Agenturen ist wenig Detailwissen über die kreative Ausnutzung technischer Möglichkeiten bekannt.

 

 

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E-Mail und Social Media Marketing: eine Infografik

In Zeiten reduzierter Reichweite von Beiträgen in Social Media gewinnen sogenannte „Owned Media“, wie z.b. E-Mail an Bedeutung. David Eicher, Gründer der Webguerillas hat in einem Blogpost (mit dem Motto #ReclaimYourFans) einige interessante Rechenbeispiele dazu aufgemacht, warum es mehr Sinn macht, E-Mail Empfänger oder Blogleser zu gewinnen und mit Inhalten zu versorgen.

Jeder Betreiber einer Facebook Fanpage sollte sich nämlich fragen, ob er sein Budget in die weitere Acquise von z.B. Facebook Fans investiert, oder lieber in die Gewinnung von E-Mail Empfängern. Im Rahmen meines eigenen kleinen Projektes, dem Vanille Shop, ist die Lage klar: wir haben (deutlich) mehr E-Mail Empfänger als Facebook Fans. Die Conversion Rate ist ebenfalls deutlich höher bei unseren E-Mails.

Die folgende Infografik zeigt diverse Statistiken, welche Vorteile E-Mails, bzw. verschiedene Social Media Plattformen mit sich bringen. Die beiden Bereiche werden in Zukunft sicherlich noch enger zusammenwachsen. Es erstaunt mich eh, dass in den meisten Unternehmen immer noch sehr unterschiedliche Abteilungen für zwei Medien sind, die im Rahmen einer ganzheitlichen Kundenbindung auch so behandelt werden sollten: ganzheitlich.

 

E-Mail und Social Media Marketing: Infografik

 

 

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Facebook reduziert die organische Sichtbarkeit von „werblichen“ Postings.

Facebook reduziert nicht nur die organische Sichtbarkeit von Beiträgen generell, sondern verbannt „werbliche“ Postings aus den Newsfeeds der Nutzer.

Interessant ist natürlich zum einen die Frage, wie Facebook das im großen Stil durchsetzen will? Ob ein Posting werblich ist oder nicht, kann ein Algorithmus sicherlich nur schwer unterscheiden.

Die andere Frage ist aber viel spannender, nämlich die, was das für Marken auf Facebook bedeutet?

 

Marketing Land hat einige Facebook / Social Media Experten dazu befragt:

 

Jon Loomer, Loomer Digital

One thing is for sure — this is good for users, and that’s Facebook’s primary concern. Long-term, then, marketers should see some positive for them as well since creating a better user experience means continued growth of users on Facebook. More users and more time on site mean more users online to reach (if creating interesting content), more data and more powerful ad targeting.

 

Chad Wittman, Edgerank Checker

this change does improve the user experience in the News Feed. At the end of the day, this is ultimately their goal. If this experience goes to garbage, Facebook will be the one dying. There will always be a marketer willing to advertise somehow on this massive platform.

Das ist sehr richtig. Eine zufriedene und glückliche Nutzerbasis, die regelmäßig viel Zeit auf der Plattform verbringt und fleissig interagiert, ist der zentrale Wert für das Geschäftsmodell von Facebook. Ähnlich wie das Geheimrezept von Coca Cola. Es ist also nur folgerichtig, dass Facebook sich um seine Nutzer kümmert. Geld mit Werbung können sie jederzeit verdienen, solange die Nutzer aktiv sind. Facebook ist dann eben ein wenig mehr wie ein Medienhaus, statt eine Plattform auf der Marken Beziehungen mit Markenfans pflegen können.

Jan Rezab, Social Bakers

Brands with high-quality content and high engagement will still reach their audiences. Red Bull and Harley-Davidson are two of such brands that have successful content strategies. For brands that don’t this will be a sign to re-focus their content. My suggestion would be for brands to act similarly to media companies by posting more and more content that their audiences want to share

Ich persönlich glaube nicht, dass all die Marken, die zur Zeit auf Facebook aktiv sind, in Zukunft dort mit Edel-Inhalten präsent sein werden. Es kostet durchaus Geld und Ressourcen, diese Inhalte zu erstellen: für jedes Posting eine gute Themenidee entwickeln fordert mehr als nur das Sammeln von Inhalten im eigenen Unternehmen. Gute Bildinhalte liegen ebenfalls nicht in unbegrenzter Menge in den meisten Unternehmen bereit, irgendwann kommen also noch Kosten für Foto-Shootings dazu.

 

Nate Elliot, Forrester Research:

If you’re a brand, 98% of your fans won’t see your next Facebook post, and 99.9% won’t engage with that post — and this change will only make matters worse. Every day it becomes more and more clear that Facebook has abandoned social marketing, and is just a place to buy old-fashioned ads.

Die hochqualitativen Inhalte kosten also nicht nur Geld in der Erstellung – sie müssen auch mit Media gepusht werden, wenn man mehr als 2% seiner Fanbasis erreichen will? Dann doch lieber Inhalte für eigene Plattformen entwickeln, z.B. ein Blog oder einen E-Mail Newsletter. Da hat man anfangs auch wenig Sichtbarkeit, aber sehr viel mehr Einfluss auf die Gestaltung der jeweiligen Plattform hinsichtlich Design und Features. Im Falle eines Blogs bleiben die Inhalte sogar längerfristig durch Suchmaschinen auffindbar. Und wenn man schon einen Inhalt auf Facebook mit Media pushen wird, warum dann nicht ein Ad mit Link auf einen Blogpost schalten, statt auf einen Facebook-Post?

 

Wie ich hier schon geschrieben habe, wird sich die Rolle von Facebook ändern. Marken werden weiterhin Werbung schalten (mache ich mit meinem Vanille Shop ja auch), denn die Targeting-Möglichkeiten sind einfach phänomenal. Hier konkurriert Facebook jetzt allerdings wirklich mit normalen Publishern oder Google Adwords.

Der aufwendige Betrieb einer Facebook Fanpage wird jedoch an Bedeutung im Beziehungsmanagement mit den Kunden verlieren. Hier eignen sich E-Mail Newsletter und Blogs sehr viel besser. Vielleicht sogar in Kombination mit Facebook Werbung.

 

 

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Wie die CPC / CPA Modelle von Google, Facebook und Amazon unsere Margen abschöpfen.

Vor einiger Zeit habe ich von Seth Godin den folgenden Gedanken aufgeschnappt: durch das Bieterverfahren von Google Adwords schöpft Google die Profitmargen aller Beteiligten Unternehmen ab. (Leider weiss ich nicht mehr genau, wo ich diesen Satz von Setz Godin gelesen, oder in welchem Podcast ich das gehört habe.)

Der Gedanke ist sehr einleuchtend!

Bei unveränderbaren Produktkosten und maximalen Marktpreis eines Produktes kalkulieren Unternehmen, die auf CPC oder CPA Basis Werbung schalten, sehr genau, wie hoch der CPC/CPA Preis pro Kunde sein darf, damit noch ausreichend Profit Marge übrig bleibt.

Konkurrierende Unternehmen einer Branche überbieten sich nun gegenseitig bei den CPC Preisen um mehr Klicks und damit mehr Marktanteil zu bekommen. Das treibt die CPC Kosten sukzessive nach oben.

Da ich von Haus aus Volkswirt bin, habe ich ein entsprechendes Diagramm gebaut:

CPC_MargenDiagram

Jedes Unternehmen kann sich ausrechnen, wie viel es für einen Klick und für einen Neukunden zahlen möchte. Ein Klick ist gleichbedeutend mit einem Besucher auf einer Website. Die Conversion eines Websitebesuchers in einen Kunden wiederum darf nicht mehr kosten als die Marge, die bei der Transaktion mit dem Kunden erzielt wird (oder der Lifetime Value des Kunden, je nach Geschäftsmodell). Wenn man die Conversion Rate der eigenen Website kennt, dann kann man sich ausrechnen, wie viele Klicks man sich leisten kann, um entsprechend Kunden zu gewinnen.

Es gibt Branchen, da sind Klickpreise zwischen 40 und 80 Euro durchaus normal. Wie gesagt, da geht es nicht um einen gewonnenen Kunden, sondern nur um einen Besucher der Website. Je nach Conversion Rate der dahinter liegenden Landing Page können die Akquisitionskosten bei diesen Kunden mehrere hundert Euro betragen. (Die Tatsache, dass sich solche Clickpreise rentieren, weist entweder auf hohe Conversion Rates oder hohe Margen dieser Branchen hin.)

 

Je transparenter die Berechnungsmodelle, desto mehr verlieren die Werbetreibenden.

Da sich dieses Modell relativ gut berechnen lässt, werden viele Unternehmen einen CPC bezahlen, der ihnen den größten Marktanteil bei einer akzeptablen Marge bietet.

Das resultiert allerdings darin, dass die gesamte „exzessive“ Profitmarge einer Branche in den Taschen der Anbieter dieser Werbeformen wandert.

Früher konnte man den Absatz eines Produktes nicht so konkret auf einen einzelnen Euro Werbebudgeteinsatz zurückführen. Es blieb schwammig. Der Werbetreibende wusste nicht genau, wie viel er einsetzen soll, die Medien wussten nicht genau, wie viel sie kassieren konnten.

Im reinen Online Handel, wo von Werbeschaltung bis zum Kauf alles messbar ist, geben die Werbetreibenden im CPC-Auktionsverfahren den Medien selbst preis, wie viel sie maximal bereit sind, zu zahlen wie viel Marge sie zur Verfügung haben.

Überspitzt formuliert bedeutet diese Entwicklung: Werbebudgets werden durch den Bieterkampf bei den CPC Preisen über kurz oder lang zu Google Adwords Futter.

Kein Wunder, dass Amazon und Facebook in diesem Markt ebenfalls präsenter sein wollen. Beide bieten ebenfalls Auktions-basierte CPC Werbung an. Facebook in Kürze sogar außerhalb der Facebook Plattform, womit sie ähnlich präsent wie Google im gesamten Web sein können. (Mit den zusätzlichen Daten über die persönlichen Profile hat Facebook hier sogar ein echtes Ass im Ärmel – bin gespannt, wie Google darauf reagiert!)

 

Bieten die Anbieter von CPC Modellen keinen weiteren Mehrwert?

Doch, das tun sie. Zumindest solange der maximale CPC noch nicht ausgeschöpft worden ist. Bis zu der Schwelle werden Marktanteile (gemessen in Klicks oder Websitebesuchern) in einem ganz normalen Marktmechanismus verteilt. In dieser Phase verhalten sich die Anbieter von CPC Werbung eher wie der Erfüllungsgehilfe von Adam Smith’s unsichtbarer Hand, die Angebot und Nachfrage zum besten Preis zusammenbringt.

Solange also Bewegung bei den Marktanteilen stattfindet, bietet dieses Verfahren einen Mehrwert, den Unternehmen sicherlich gerne zahlen.

Erst wenn die Schwelle des maximalen CPC in einer Branche erreicht ist, verändert sich etwas. Keiner kann mehr Marktanteile gewinnen. Um Marge zu machen, können nur noch Produktkosten oder Produktpreise angepasst werden.

 

Wie können Unternehmen reagieren?

Im Prinzip gar nicht. Wer nicht am Bieterverfahren teilnimmt, verliert die entsprechenden Websitebesucher. Wer nicht genug bietet, verliert zumindest Anteile am Kuchen.

Unternehmen könnten sich absprechen, gewisse CPC-Schwellenwerte nicht zu überbieten. Aber was, wenn jemand schummelt? Derjenige würde schnell den Ads-Markt in der jeweiligen Branche abräumen.

Durch intransparente Auktionssysteme der Anbieter in einem vom Wettbewerb dominierten Kundenmarkt ergibt sich ein asymmetrisches System, in dem die Anbieter der CPC Werbung immer am längeren Hebel sitzen.

 

 

 

 

 

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Facebook Performance Daten 2013 vs 2014

Die folgende Infographic zeigt, wie die Performance von Facebookseiten verschiedener Größenordnungen einzuordnen ist. Und das im Vergleich 2013 vs 2014.

Die Cluster fangen an bei 1-1.000 Fans bis hin zu 10+ Mio Fans.

Interessant ist vor allem die Interaktionsrate, die bei 1-1000 Fans noch bei über 1% liegt, aber schon im Cluster 1k-10k Fans deutlich absinkt.

Was mir hier fehlt – vermutlich weil es sich nicht einfach so bei Facebook auslesen lässt, wenn man nicht Page-Admin ist: die Reichweite einzelner Postings in abosluten und relativen Zahle. Ich vermute, die liegt bei Pages mit 1-1.000 Fans noch deutlich höher in Relation zur Fanbasis als bei größeren Pages. Ich bekomme bei meiner Vanille Shop Fanpage relativ häufig mehr Reichweite als ich überhaupt Fans habe. Sprich: über 600-800 Views bei nur 585 Fans.

 

Average Facebook Performance Stats

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