Wie der IS entstanden ist – die Geschichte des nahen Ostens seit 1953

Die IS ist ein relativ neues Phänomen. Letztendlich aber auch nur ein Resultat der Außenpolitik der USA der letzten 60 Jahre. In der ZDF Sendung „Die Anstalt“ wird die extrem komplexe Situation im nahen Osten sehr anschaulich erklärt. Beim folgenden Video konnte ich nur staunen, wie stark und teilweise rücksichtslos die USA in der Politiksuppe des nahen Ostens teils direkt, teils mit Geheimdienstaktivitäten, herumgerührt hat. Mal sind Feinde Feinde, mal sind sie Verbündete, rechts wird mit einer Gruppierung gegen eine dritte gemeinsam gekämpft, links wird diese erste Gruppierung selbst bekämpft.

 

YouTube Preview Image

 

Aktuell kann man ähnliche Effekte beobachten. Die Türkei ist nicht wirklich für ihre Einhaltung von Menschenrechten bekannt und die Tatsache, dass Erdogan nebst der IS auch gleichzeitig auf oppositionelle Gruppierungen wie die PKK schiesst, wird allenfalls geduldet, meisten heftig kritisiert. Jetzt ist er auf einmal einer der wichtigsten Partner, wenn es darum geht, den IS zu bekämpfen und Flüchtlingsströme zu kanalisieren. Da drückt man doch gerne ein Auge zu wenn es um seine anderen „Baustellen“ geht.

Auch Putin hat mit dem Einmarsch in der Ukraine gezeigt, dass es immer noch Differenzen zwischen Ost und West gibt. Aber im Kampf gegen den IS ist er jetzt ebenfalls ein wertvoller Partner. Über die Ukraine habe ich in letzter Zeit allerdings nicht mehr viel gelesen.

 

 

 

Continue Reading

Netzauslese: Samwers neuer Fund, Ölpreis Gewinner, die neue Internet-Architektur, BuLi via YouTube

Eine neue Sammlung von Links zu Artikeln, die ich in letzter Zeit interessant fand:

Oliver Samwer sammelt schon wieder Geld ein, das kann er anscheinend wie kein zweiter. Über 1 Milliarde soll der neue Rocket Internet Growth Fund werden. Was noch fehlt, ist eine zweite Erfolgsstory im Stil von Zalando. Da Investoren zur Zeit aber wenig Möglichkeiten haben, ihre Gelder zu investieren, sollte Samwer es nicht schwer haben, diesen Fund zusammen zu sammeln.

 

Apropos Wirtschaft: Der Ölpreis sinkt seit einiger Zeit, und es gibt Gewinner wie auch Verlierer. Grund dafür sind angeblich die lahmende Wirtschaft insbesondere im Großabnehmerland China, aber auch die Weigerung der Saudis, ihre Produktion zurückzufahren. Dadurch herrscht zur Zeit ein Überangebot von 2 Millionen Barrel am Tag. Wer die Bücher von Dirk Müller oder auch „The Grand Chess Board“ von Zbigniew Brzezinski gelesen hat, wird nicht umhinkommen einen größeren Plan dahinter zu vermuten. Wie z.B. die gezielte Schwächung der russischen Wirtschaft. Aber das wird vermutlich nie irgendwo offiziell gesagt werden.

 

Im Podcast Six Pixels of Separation interviewed Mitch Joel David Weinberger – Netzvordenker und einer der Autoren des legendären Cluetrain Manifests. Konkret sprechen sie über einen Artikel von David Weinberger mit dem Titel „The Internet That Was (and Still Could Be)“ im Atlantic Magazine. Sollte man gelesen haben. Denn es geht darum, dass viele mittlerweile das Internet nicht mehr nutzen, wie es ursprünglich gedacht war, teilweise nicht mal mehr wissen, dass sie das Internet nutzen.

 

FoxSports streamt die Bundesliga über YouTube. Mit einem kleinen Trick kann man sich das sogar hier in Deutschland ansehen. Und via Chromecast lässt sich das auch über einen HD Fernseher genießen. Vielleicht schaue ich diese Saison ja ein wenig mehr Fussi.

 

 

Continue Reading

Netzauslese 09.08.15

Lange nicht mehr gemacht: Eine Liste von Links zu interessanten Artikeln die ich gerade gelesen habe. Hier ist mal wieder eine Netzauslese.

  • Wir sind zu paranoid und glauben zu viel an irgendwelche halbseidenen Verschwörungstheorien. „Der ganz eigene Wahnsinn“ auf Zeit Online.
  • Eigentlich geht es uns sehr gut. Dennoch sind wir im internationalen Vergleich am pessimistischsten, was Zuwanderung, TTIP und die Stimmung gegenüber großen Unternehmen angeht. „Die Deutschen sind gefährlich satt“ – bei Spiegel Online.
  • Elliot Alderson ist Hacker und begibt sich in die Kreise eine Hackergruppe, die der Anonymous Bewegung ähnelt, um die Verschwörungen großer Konzerne zu stoppen. Ich gebe selten Geld bei iTunes für Serien aus, aber diese scheint es wirklich wert zu sein: Die neue Serie Mr Robot: „Superman im Hoodie“ – bei Zeit Online.

 

 

Continue Reading

Wenn Behörden Facebook Daten nutzen.

Heute geisterte wieder eine Geschichte durch’s Netz, die fast anmuted wie eine „Urban Legend“ – oder sollte man es Digital Legend nennen?

In dieser Geschichte wird eine Abiturientin bei ihrer Einreise in die USA an der Passkontrolle abgewiesen und zurück nach Deutschland geschickt. Der Grund: ein ungültiges Visum. Ungültig deshalb, weil die Beamten aufgrund eines überwachten Facebook Chats zwischen der Abiturientin und ihren Gastgebern in den USA den Verdacht hegen, dass es eigentlich um eine Au Pair Tätigkeit geht, statt eines einfachen Besuches von Freunden und Verwandten.

Das alleine ist eine gruselige Story, aber längst noch nicht verdächtig, eine Urban Legend zu sein. Was mich erstaunt ist die Tatsache, dass es vor vielen Jahren bereits eine ähnliche Geschichte gab. In diesem Fall drehte es sich anscheinend wirklich um ein Au Pair Arrangement, im Gegensatz zur aktuellen Story.

Ob Grenzbehörde der USA wirklich Facebook Chats mitliest, ist nicht weiter bekannt. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Grenzbeamte (bzw. der IT Systeme) in den Datenmengen von Facebook nach Hinweisen auf Visumbetrug suchen. Aber nach den Snowden Enthüllungen muss man wohl mit allem rechnen.

Eine Geschichte, die ebenso eine Digital Legend sein könnte, ist einem Bekannten von mir passiert, weswegen ich sie für „echt“ halte. Sie spielt sogar hier in Deutschland. In dieser Geschichte hatte jemand, der bei einer Geschwindigkeitsübertretung geblitzt wurde dies abgestritten und den Strafzettel zurückgeschickt. Die Polizei hat den Fahrer daher anhand eines Vergleichs mit dessen Facebook Fotos einwandfrei identifiziert und den Strafzettel erneut zugesandt – dieses Mal mit den Facebook Fotos im Anhang.

Wir werden es vielleicht irgendwann bereuen, so viel über uns selbst freiwillig preisgegeben zu haben. Zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommt übrigens auch der Autor des Artikels „Warum ich manchmal doch Angst um die Zukunft meiner Daten habe„. Sehr lesenswert.

 

 

Continue Reading

Der Überwachungsstaat kommt schleichend.

Der Überwachungsstaat kommt schleichend daher, aus lauter einzelnen kleinen Entscheidungen oder technologischen Forstschritten setzt er sich langsam zusammen. Manchmal auch aus zwei ursprünglich unabhängig getroffenen Entscheidungen.

 

Zwei Beispiele dazu sind mir heute ins Auge gefallen:

 

Der überwachte Autofahrer (Zeit.de):
Ab Frühjahr 2018 wird jeder Neuwagen per Gesetz eine eingebaute SIM-Karte haben. Diese SIM-Karte ist eigentlich für das eCall Notruf System gedacht und sicherlich im Prinzip sehr sinnvoll. Wie der Artikel allerdings weiter beschreibt, ist diese Einführung im Zusammenhang mit der Vorratsdatenspeicherung und den Plänen der Automobilhersteller eine zweischneidige Sache.

Denn während die SIM-Karte nur im Notfall eine Datenverbindung herstellen wird, planen die Automobilhersteller die kontinuierliche Datennutzung für diverse Bordsysteme. Diese Datennutzung wiederum wird aufgrund des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung 4 Wochen lang gespeichert. Vermutlich inklusive genauer Ortsdaten. Ob die SIM-Karte auch bei normaler Datennutzung (sprich außer Notrufe und Navi-Nutzung) immer Ortsdaten mitsendet, ist mir nicht ganz klar und wird in dem oben verlinkten Artikel einfach so vorausgesetzt.

Bei allen Neuwagen, für die ab 2018 die Verbindung von SIM-Karte und kontinuierliche Datennutzung zutrifft, ergibt sich somit die Möglichkeit sehr genaue Bewegungsdaten zu erstellen. Inwiefern der Fahrer die Übermittlung der Ortsdaten unterbinden kann, ist sicherlich je Fahrzeugmodel unterschiedlich.

 

Überwachung des Ausgaben- und Einkaufsverhaltens (rolandtichy.de):
Angeblich wird gerade darüber diskutiert, Bargeld abzuschaffen. Das hat mehrere Vorteile. Allen voran werden Verbrechen (Raub, Drogenhandel etc.) sowie Schwarzmarktgeschäfte (Dienstleistungen ohne Rechnung) erschwert. Außerdem lassen sich Negativzinsen durchsetzen, da niemand mehr sein „Geld“ in irgendeiner haptischen Form in Sicherheit bringen kann. Außer er kauf dafür Edelmetalle. Aber auch das wird in größeren Mengen registriert.

Daraus ergibt sich aber auch, dass sich das Ausgabeverhalten der Bürger lückenlos nachvollziehen lässt. Mit einer Genauigkeit, die zumindest die Nachverfolgung der Ausgaben-Orte ermöglicht. Meist lässt sich dadurch aber auch nachvollziehen, wofür jemand sein Geld ausgegeben hat, insbesondere, wenn das Produkt- oder Service-Portfolio eines Ausgaben-Ortes eindeutig ist.

Es wird viele Interessenten für diese Daten geben, teils für aggregierte Datensätze (z.B. Marktforschungen), zum anderen aber auch für individuelle Datensätze (z.B. Krankenkassen, bzw. Versicherungen allgemein).

 

Die reine Sammlung dieser Daten ist in beiden Fällen „eigentlich“ kein Problem. Aber wenn die Daten erstmal vorliegen, dann wird es immer wieder Bestrebungen geben, Zugriff auf diese Daten zu erlangen. Und wie oft hat sich die Politik schon von Lobbyisten weichklopfen lassen?

 

 

Continue Reading

Ist Deutschland an der Euro Misere schuld?

Deutschland hat einen jährlichen Exportüberschuss von über 200 Milliarden Euro. In den letzten 15 Jahren ist so ein Leistungsbilanzüberschuss von 2 Billionen Euro zusammengekommen.

Das ist, wie gesagt, ein Überschuss. Deutschland hat im Wert von 2 Billionen mehr an andere Länder verkauft, als es selbst importiert hat.

Andere Länder haben im Zweifelsfall Schulden aufnehmen müssen, um diese Waren von Deutschland zu kaufen. Somit ist Deutschland an der Europäischen Misere mitschuldig. Leider sehen das viele der verantwortlichen Politiker nicht.

Jetzt, wo Draghi den Euro abwertet, wird es zwar für die kleineren Länder einfacher, ihre Exporte zu steigern – aber auch Deutschland wird mehr einnehmen. Die deutschen Exportüberschüsse werden also noch größer werden, steht hier.

Deutschland muss also über mehrere Jahre ein Leistungsbilanzdefizit einfahren, damit die anderen Länder die Möglichkeit haben, ihr Defizit, ihre Schulden gegenüber Deutschland abzubauen.

Was mich an der Diskussion stört: es wird nicht darauf eingegangen, ob die 2 Billionen Exportüberschüsse durch Exporte nach Europa oder sogar weltweit entstanden sind? Wie viele Euros von den jährlichen 200 Milliarden steigern wirklich die Schulden der Euro-Länder, und welcher Anteil entsteht durch Exporte in Länder anderer Kontinente?

Auch die Euro-Abwertung ist nicht wirklich differenziert betrachtet: die Euro-Länder werden die Euro-Abwertung im Zweifelsfall nicht durch billigere deutsche Produkte wahrnehmen – die deutschen Waren werden für Griechen und Italiener gleich billig oder teuer bleiben. Lediglich die Importe werden teurer. Dadurch kann es sich natürlich ergeben, dass bislang importierte Güter durch deutsche Produkte ersetzt werden. Aber wie hoch wird der Anteil wirklich sein?

Die zu erwartenden Steigerungen deutscher Exporte aufgrund des günstigen Euro werden viel eher durch Exporte in Länder anderer Währungsräume entstehen.

Sehr interessant finde ich die Idee vom neuen Griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis, der eine alte Keynesianische Idee wiederbeleben will: ein globaler Überschuss-Umwälz-Mechanismus. Eine Art Transfer-Union, bei der z.B. Deutschland ab einer bestimmten Summe Zinsen auf seine Überschüsse zahlen muss.

 

Continue Reading

Frisch aus dem Netz: Lesenswerte Links.

Neues Jahr, neue Vorsätze! Ich lese täglich relativ viele Artikel und Blog Posts im Netz. Einer meiner Vorsätze ist es, im kommenden Jahr die interessantesten davon hier im Blog zu verlinken.

 

 

Continue Reading
1 2 3 14