Gerade gedacht
Urlaubsnotizen aus Vietnam.
Es war die letzten Wochen relativ ruhig in diesem Blog, und ich fürchte es wird die nächsten 3 Wochen nicht viel besser.
Der Grund? Ich werde für die nächsten 3 Wochen in Südostasien Urlaub machen, genauer gesagt in Thailand und Vietnam. Alles was man von mir im Web die nächsten Wochen lesen wird, sind lediglich ein paar Urlaubsnotizen.
Warum “Collaborative Consumption” Sinn macht.
Wer hat Bücher oder DVDs im Regal, die er nie wieder ansehen oder lesen wird?
Wer besitzt eine Bohrmaschine? Eine Bohrmaschine benutzt man im Durchschnitt für insgesamt nur 15 Minuten während der gesamten Lebenszeit dieser Maschine.
“You need a hole in the wall, not a powerdrill”
Von Autos (Carsharing) über Fahrräder (Citybikes) bis hin zu Landsharing (gibt es in England für Leute, die gemeinsam Gemüse anbauen wollen – einer hat einen Hintergarten, der andere den grünen Daumen). Heutzutage gibt es durch das Internetz die Tools und Plattformen, um die Lücke zwischen Besitzer und Benutzer noch einfacher zu schliessen als früher. Sehr interessanter TED Vortrag:
Science Fiction – the future isn’t dead, we simply overtook it
Ich kann mich ja nach wie vor für Science Fiction Romane und Filme begeistern. Allerdings bevorzuge ich in letzter Zeit eher Bücher wie die aktuellen von William Gibson (Mustererkennung, Quellcode, Spook Country, etc.). Die Ideen und die Technologie in diesen Bücher sind im Prinzip schon heute vorhanden (“The future is already here, it is just unevenly distributed” – das ist ja auch ein Zitat von William Gibson).
Warren Ellis schreibt darüber in diesem Artikel:
Which is part of what Russell’s saying. Science fiction is no longer ahead on the trail, throwing clues to the future back at us. When author William Gibson writes novels today, he writes about the present. No more console cowboys zipping around cyberspace, no more digital pop idols printing themselves out into the real world. That said, his latest trilogy — the “Bigend” books — are notionally set in the contemporary world, yet there remains a sense of… not-presentness. Situations, characters and places seem a second out of sync. The likes of Pattern Recognition‘s coolhunter Cayce Pollard, or viral-advertising exec Hubertus Bigend (from Spook Country and Zero History), remain plausible, without quite having the texture of solid reality to them. The more you look at them, the more you realise they’re speculations. Hubertus Bigend is a novum, a science-fictional creation. But the prose is set at a point less than five minutes from now, which is why we don’t recognise it as such and go along with the instruction that it’s conventional fiction.
In dem lesenswerten Artikel steht auch das schöne Zitat: “the future isn’t dead, we simply overtook it”
Die Bücher stehen in Buchläden in der Science Fiction Abteilung, beschreiben aber zu großen Teilen ein Leben, was viele schon führen. Mein Leben wäre somit in einigen Punkten ebenfalls Science Fiction…
Verwirrung um den Jugendmedienschutzstaatsvertrag
Nur in Deutschland! Nur in Deutschland hat man eine Verordnung, deren Name so lang ist, dass man ihn kaum aussprechen kann.
Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV)
Nur in Deutschland hat man solch eine verwirrende Verordnung. Denn was dahinter steckt, ist ebenso wenig verständlich. Das zeigen diverse Diskussionen in Blogs, Foren, etc.
Dabei diskutieren nicht nur selbsterlauchte Experten (Blogger), sondern auch Rechtsanwälte. Die wiederum sind sich allerdings ebenfalls nicht einig.
Die Waffen einer Online Petition sind schnell gezückt, und so gibt es bereits eine Site, auf der man sich eintragen kann, wenn man dafür ist, dass das JMStV abgeschafft wird. Es sind erst etwas über 1.000 Einträge, aber ich bin mir sicher, dass es schnell mehr werden.
Was ist also die logische Konsequenz? Blog abschalten? “Sendezeiten” einführen? Alles riskieren?
Ist das JMStV überhaupt wirkungsvoll? Das Internet hat ja keine Grenzen. Jeder könnte ein anonymes Blog auf einem internationalen Server einrichten und weiter auf Deutsch blgogen. Ein Blog außerhalb des Deutschen Rechtsraumes, kinderleicht erreichbar.
Ich werde dieses Blog erst mal weiterführen und schauen, ob die Diskussion in die eine oder andere Richtung ausschlägt.
Google Streetview vs Sightwalk.de
Die Deutschen regen sich auf über Google Streetview und merken nicht, dass es die ganze Zeit schon Sightwalk gibt, was ganz ähnlich funktioniert. Basis scheint Open Street Map zu sein. Die 360°-Fotos sind in Flash eingebunden, fühlen sich aber an wie Quicktime VR, was es schon relativ lange gibt. Die Gesichter der Personen auf den Fotos sind – zumindest in den Beispielen, die ich gesehen habe – alle unkenntlich gemacht worden (nach einem Klick auf das Foto unten kann man das besser sehen). Somit sollte das den Anforderungen, die auch an Google gestellt werden, genügen.
(Hier ein Ausschnitt von der Mönkebergstrasse in Hamburg)
Auf Twitter war das heute ein viel zitiertes Thema. Warum beschweren sich die Streetview Kritiker nicht auch über Sightwalk? Eigentlich logisch: Vermutlich konnte Sightwalk (bis heute) einfach unter der Wahrnehmungsgrenze agieren, das ist jetzt aber vorbei. Ich bin sehr gespannt, ob Sightwalk jetzt auch unter die Räder kommt, oder ob sich der Zorn der Datenschützer auch über Sightwalk ergiesst.
Meine persönliche Meinung? Ich finde die Sorge der Datenschützer albern. Es gibt sicherlich grenzwertige Fälle, in denen Personen sich in Situationen ertappt fühlen, die sie nicht publik gemacht sehen wollen. Oder Hausbesitzer, die es nicht schätzen, dass ein Google Streetview Auto mit der über 2m hohen Kamera eine Sicht in ihren Vordergarten hat, die kein normaler Passant hätte.
Aber von diesen (wahrscheinlich eher wenigen) Fällen abgesehen, ist der Vorteil für die Mehrheit der Internetnutzer von viel größerem Wert. Warum kann man keine Lösung anstreben, in der einige Personen und Vordergärten unkenntlich gemacht werden, sodass der Rest wenigstenst für die überwiegende Allgemeinheit nutzbar bleibt?


