Gerade gedacht
Ich bin bereit für eine Kultur-Flat.
Die Kulturflatrate ist seit längerem ein Thema. Für mich schleicht sich so etwas wie eine Kultur-Flat allmählich wie von selbst in mein Leben ein. Einfach nur, weil es mittlerweile die richtigen Angebote gibt.
Meine Musik höre ich – natürlich – bei Spotify, wie die meisten anderen meiner (Facebook-) Freunde auch. 10 Euro im Monat und man kann aus 20 Mio. Songs unbegrenzt Musik hören. Bei meinem Musik-Konsum und der konstanten Neugier nach neuen Musikstücken ist Spotify für mich ein Selbstgänger.
Hörbücher lade ich schon seit fast 7 Jahren konstant bei Audible runter. Streng genommen ist es keine Flatrate, allerdings nahe dran: ich habe damals, als Audible neu war, ein Abo abgeschlossen, mit dem ich jeden Monat für nicht mehr als 15 Euro 2 Hörbücher runterladen kann. Mehr schafft man (oder ich) sowieso nicht pro Monat, insbesondere, wenn man jede Woche zusätzlich diverse regelmäßige Podcasts hört).
Seit wenigen Tagen habe ich nun auch eine echte Filme- und Serien-Flat bei Watchever. Auch hier zahle ich (nach den 30 Tagen Testphase, in denen ich mich noch befinde) nur 10 Euro pro Monat für eine unbegrenzte Flat. Im Gegensatz zu Spotify (20 Mio Songs) gibt es hier keine Angaben über die Größe der Online-Videothek. Das Angebot hat offensichtlich nicht die allerneusten Filme und Serienstaffeln, aber zur Zeit reicht es mir als Gelegenheitsgucker. Ähnlich wie bei Spotify kann man Filme und Serien auch für den Offline Modus auf dem iPhone oder iPad downloaden.
Was mir für eine – zumindest meine Zwecke – vollständige digitale Kultur-Flat fehlt, ist eine ebook-Flatrate. Ein Angebot von Amazon wäre mir am liebsten, seitdem ich ein Kindle Paperwhite besitze. Vielleicht liest jemand von Amazon dies, bitte, und handelt entsprechend?
Wird sich dieses Model über alle Branchen und Anbieter durchsetzen können? Man könnte für 35,- bis 50,- pro Monat locker die wichtigsten Contentformate abdecken und wäre damit gut bedient. Wenn man dann noch GEZ (muss wohl sein) und Kabelgebühr (dito) bemischt, dann könnte man für ca. 70-80,- Euro im Monat den größten Teil des Contentbedarfs eines normalen Haushalts abdecken, grob geschätzt. Ist das zu viel?
Das Internet der Dinge. Das RWE Smarthome
Seit dem Cybermonday bin ich stolzer Besitzer des RWE Smarthome. Eine Steuerungsanlage für die eigene Wohnung. Steckdosen und Heizkörper lassen sich per Remote steuern, über ein Laptop, ein Handy, iPad – alles was eine Internetverbindung hat. Das geht sogar von unterwegs. Zumindest die ersten 2 Jahre kostenfrei, danach kostet es 14 Euro pro Jahr (kann man sich, denke ich, leisten).

RWE Smarthome
Kollege Timo Pelz hat im Übergrün Blog einen ausführlichen Testbericht geschrieben und mir damit viel Arbeit abgenommen. Schaut Euch den Post an, es lohnt sich!
Ich stimme seinen Punkten komplett zu. Bin ebenfalls ein großer Fan geworden. Zwei Dinge gibt es, die mir allerdings aufgefallen sind, die in seinem Bericht fehlen:
Die iPhone App (und teilweise auch die iPad App) haben manchmal Schwierigkeiten, sich mit dem System zu verbinden. Das führt oft soweit, dass man die App komplett neu installieren muss, was natürlich äußerst ärgerlich ist. Auch dauert das Laden oft lange, sodass man schneller am Heizkörper ist und ihn manuell runterregelt, als dass man das gemütlich vom Sofa aus macht. Aber im Endeffekt geht es ja auch eher um die Profile, sowie die Fernsteuerung von unterwegs.
Der zweite Punkt betrifft einen der Heizungsthermostaten: es kommt oft vor, dass dieser es nicht schafft, die Heizung runterzuregeln, warum auch immer. Ich habe das ohne Erfolg an mehreren Heizungen probiert, das muss am Thermostat liegen. Werde ich also demnächst einschicken müssen.
Ansonsten eine wunderbare Sache, die meinem Leben schon wieder ein Stück mehr Science Fiction bereitet hat.
Hamburger Abendblatt Wochenend-Spam.
Laut meedia.de wird es ab dem 12. Januar eine neue Variante des Hamburger Abendblattes geben – eine Wochenend-Ausgabe mit den wichtigsten Meldungen der Woche.
Das Konzept lautet: “Best-of-the-Week Nachrichten aus Hamburg und Umgebung, Veranstaltungstipps fürs Wochenende, Fernsehprogramm, regionale Rubrikenmärkte”.
Es ist der zweite Teil der Meldung von meedia, der beunruhigt:
Der Fokus liegt auf den Werbekunden – die erreichen laut den Mediaunterlagen nämlich auch sogenannte Werbeverweigerer. Auch die Briefkästen, die Werbeverbotsschilder haben, werden bestückt. Werbekunden können sogar Teilbelegungen nach Bezirken wählen. Mit der Maßnahme soll nach dem Berliner Vorbild die Reichweite der Marke auch auf Nicht-Abonnenten bzw. Käufer ausgedehnt werden.
Noch mal zusammengefasst: das Hamburger Abendblatt wird am Wochenende ein Anzeigenblatt, getarnt als Wochenendausgabe, aber mit einfach nur aufgewärmten Inhalten, und das alles nur, um die Werbe-Verbote Deutscher Briefkästen zu umgehen?
Was für eine schwachsinnige Idee ist denn das? Ist das ein Versuch einer Antwort auf das Zeitungssterben?
Was nach dem Zeitungssterben bleiben wird.
Aus gegebenem Anlass beschäftige ich mich in den letzten Tagen sehr viel mehr mit dem Zeitungssterben. Und wundere mich, dass das Wissen darum jetzt erst so richtig “Mainstream” zu werden scheint.
Die Verlagsbranche hat in den letzten Jahrzehnten gutes Geld verdient und stand gut da. Seit einigen Tagen mäandert in Deutschland allerdings eine Flutwelle von Artikeln zum Zeitungssterben durch die Redaktionen, als hätte man erst jetzt so richtig realisiert, was digitale Infrastrukturen für die Medienbranche bedeuten werden. Dass in den USA in den letzten Jahren hunderte von Zeitungen gestorben sind, wollte hier wohl keiner so richtig wahrhaben. Erst wenn Branchengrößen wie die Frankfurter Rundschau oder die Financial Times eine Kernschmelze erleiden, bemerkt man den GAU, der sich schon seit mehr als 10-15 Jahren angekündigt hat.
Warum konnten die Zeitungen / die Printmedien (um das etwas weiter zu fassen, denn es sterben demnächst mit Sicherheit auch Wochen- und Special-Interest-Magazine) denn bisher überhaupt so gut überleben, und was hat sich durch digitale Infrastrukturen in der Informations-Diffusion geändert?
In jeder Branche mit hohen Gewinn-Margen gibt es eine Verknappung von einem oder mehreren Gütern – sonst könnten die Anbieter keine hohen Margen erzielen.
In der Zeitungsbranche waren es meiner Meinung nach drei Verknappungsfaktoren:
- Die verfügbare Fläche für Inhalte und Werbung, gemessen in Seiten. Wer ein Teil des “Real Estate” einer Zeitung belegen wollte, musste viel Geld zahlen, daher konnten hohe Werbeeinnahmen erzielt werden.
- Die logistische Reichweite einer Zeitung. Nur die großen überregionalen Zeitungen werden bundesweit verkauft, weswegen extrem viele lokale und Regionale Zeitungen zeitgleich existieren können / konnten.
- Die Qualität der Artikel und Reportagen. Guter Journalismus produziert nur eine bestimmte Menge an Inhalten pro Tag oder Woche – der Rest wird aus den Pressetickern abgeschrieben.
Das Internet – generell die digitalen Zubringer von Daten und Informationen – haben mindestens zwei dieser Verknappungen ausgehebelt. Was muss also passieren?
Neue Einnahmequellen sind gefordert
Die verfügbare Fläche ist nicht mehr begrenzt. Begrenzt sich nur noch die Page Impressions pro Tag, basierend auf den Besuchern pro Tag. Außerdem hat es sich im Web etabliert, viele kleine Werbeformate zu verkaufen, die vergleichsweise weniger Ertrag bringen als ihre “Vorfahren” in den gedruckten Ausgaben. Was benötigt wird sind also neue Arten von Einnahmequellen. Micropayments, Dienste wie Flattr für journalistische Inhalte, Affiliate, Partnerschaften, Paywalls, etc. Was Nutzer akzeptieren, ist noch nicht klar und kann sich auch von Medium zu Medium unterscheiden. Hier wurde in den letzten 10 Jahren viel zu wenig ausprobiert, sodass die Branche jetzt, wo es langsam Zeit wird, immer noch nicht weiß, wo die Reise hingehen sollte.
Regionale Medien müssen ihre Nische bedienen
Die Tatsache, dass es keine regionale Begrenzung von Zeitungen mehr gibt, bedeutet aber auch, dass man mit wenigen Klicks auf allen Zeitungs-Websites dieselben Stories lesen kann. Die Angebote sind somit austauschbar. Was an überregionalen oder internationalen Stories im Hamburger Abendblatt steht, findet man auch in jeder anderen Zeitung in Deutschland. Hier können nur die gewinnen, die lokale Inhalte (“Hyperlokaler Journalismus“) bieten und nahe an ihrer lokalen Zielgruppe sind.
Nutzer werden nach Qualität verlangen und dafür bezahlen
Und damit kommen wir zum dritten Punkt: Qualität. Die ist immer noch knapp. Auch und gerade in den digitalen Medien. Natürlich gibt es einige Blogger, die erfolgreich gute Inhalte bloggen. Aber es gibt Millionen andere, die das Netz mit Katzenbildern zu kleistern. Wenn sich in ein paar Jahren die Zahl der Medienmarken sehr stark reduziert haben sollte, dann wird man sehen, wie unaufgeräumt das Netz ist, wenn man wirklich handfeste, gut recherchierte oder kuratierte Informationen benötigt. In diesem Chaos nutzergenerierter Inhalte wird man sich nach Medienmarken sehnen, die hinsichtlich Qualität und Belastbarkeit von Informationen etwas Sicherheit geben.
Hyperlocal und Qualität sind meiner Meinung nach die besten Ansatzpunkte für Medien, die in der digitalen Welt einen nachvollziehbaren Vorteil bieten wollen. Gut recherchierte Stories oder fundierte Meinungen. Lokale Nachrichten oder Tipps, die man nirgendwo anders bekommt. Das ist auch das, was Matthias Döpfner in der Welt Online mit dem Titel “Der Journalismus hat das Beste noch vor sich” schreibt.
Alle Welt redet vom Zeitungssterben. Doch Journalismus ist nicht vom Papier abhängig. Zeitung kann auch digital zum Leser kommen. Gute Zeiten für Verleger, die Wachstum gestalten wollen.
Man sollte in der aktuellen Diskussion den Übertragungsweg (Tinte auf totem Holz) von den Inhalten trennen. Gute Inhalte werden weiterhin nachgefragt und bezahlt. Alles andere, also redundante Inhalte oder Inhalte fragwürdiger Qualität werden diese Phase nicht überleben.
Im Übrigen werden große Medienmarken in Zukunft nicht mehr nur große Verlagshäuser sein. Ich schätze, dass sich noch einige Blogger professionalisieren werden (wie es in den USA viele bereits getan haben und damit viel Geld verdienen). Des Weiteren werden sich viele Journalisten, die im aktuellen Zeitungssterben ihren Job verlieren, mit einem Blog die Zeit vertreiben, bis sie merken, dass sie damit ebenfalls gutes Geld verdienen können.
Insofern glaube ich, dass die Medienlandschaft in Deutschland sehr viel Potential hat, noch viel interessanter zu werden als jemals zu vor. Nur wird in Zukunft sehr viel weniger auf totem Holz stattfinden und auf Lastwagen zu den Lesern gefahren werden müssen. Das tut auch der Umwelt gut…
Download Begrenzung bei Spotify Mobile App für Offline Playlisten!
Nur wer selber testet wird schlau. Seit ca. 5 Monaten bin ich großer Spotify Fan, wurde relativ schnell zum zahlenden User. Ich höre quasi ständig Musik. Unterwegs, im Büro, zuhause, im Auto, überall.
Da ich nun auf Reisen ins Ausland gehen werden, wollte ich mir das iPhone noch mal so richtig voll laden. Erstaunlicherweise musste ich gerade feststellen, dass Spotify eine Begrenzung für die Zahl der Offline Songs eingezogen hat.
Leider lassen sich meine Playlisten nicht so schnell aufaddieren und eine Gesamtzahl an Songs bekommt man nirgends angezeigt. Grob überschlagen dürften es aber nicht mehr als ca. 3.000 Songs sein. Über iTunes hätte ich deutlich mehr auf das iPhone laden können.
Klar, 3.000 Songs sind für die meiste Zeit genug. Schliesslich verbringt man (ich) selten so viel Zeit offline, wie es dauern würde, 3.000 Songs zu hören.
Man merkt es also erst, wenn man in den Urlaub fährt und sehr viel Musik mitnehmen möchte, weil man nicht im Voraus weiss, was man alles hören wollen wird.













