Die Danke Million. Eine echte „Talk of Town“ Idee.

Wer kennt es nicht. Der Kunde möchte eine Kampagne, die „Talk of Town“ Potential hat. Was Virales, über das alle begeistert sprechen und schreiben. Aber das Produkt hat keine nennenswerte Differenzierung und soll, auf gar keinen Fall, verändert oder angefasst werden.

Die Agentur Überground hat nun eine Idee entwickelt, die dieses „Talk of Town“ Potential hat, das Produkt noch interessanter macht, ohne es zu verändern. So ungefähr, wie wenn man beim Kauf eines Bierkastens einen Flaschenöffner dazubekommt.

Es ist: eine Million Euro zusätzlich beim Gewinn des Jackpost. Als „Dankes-Million“ aber nicht für den Gewinner selbst, sondern für jemanden, den der Teilnehmer im Vorfeld nominieren muss. Der Insight dahinter: viele, die einen Lotto-Jackpot gewinnen, machen sich danach darüber Gedanken, wem Sie etwas davon abgeben sollten, was den eigenen Gewinn mindert. Bei Tipp24 ist die Million für die Eltern, Geschwister oder besten Freunde gleich mit dabei.

Natürlich ist das Risiko nicht besonders groß. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet ein Teilnehmer dieser Aktion den Jackpot gewinnt? Außerdem kann man sich gegen solche „Schadensfälle“ heutzutage versichern lassen.

Der Film, der natürlich dazu gemacht wurde, erinnert mich stark an „The Big Lebowski“. Soll vermutlich so sein.

 

 

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IKEA’s Online Strategie, Influencer Marketing, Online Advertising Duopol und bezahlte Überwachung

Mal wieder einige Netzfundstücke der letzten Tage:

IKEA ändert seine Online Strategie und verkauft jetzt über einen eigenen Amazon Store. Dem E-commerce Riesen entkommt eben keiner. Als Test gestartet soll es anscheinend ausloten, ob und wie IKEA über Amazon neue Zielgruppen erreichen kann. 

Thomas Knüwer beschreibt das Problem bei Instagram Influencermarketing: Die reale Reichweite ist schlecht ermittelbar, der Einfluss ebenso. Das erinnert mich an einen Artikel von David Eicher im Januar diesen Jahres, der empfiehlt auf Mikro-Influencer zu setzen – insbesondere diejenigen, die eine Marke aus der eigenen Fanbase aufbauen kann.

Erschreckend, wenn man solche Zahlen liest: Das neue Duopol der Online Werbung vereint 70% der Online Werbeumsätze auf sich. Google und Facebook dominieren den Markt und es scheint sich noch keine Kartellbehörde dafür zu interessieren.

An einem Bahnhof in Berlin wird ein Pilotprojekt zur Überwachung der Passanten und Reisenden durchgeführt. Wer freiwillig teilnimmt, erhält einen Amazon Gutschein im Wert von 25,-. Angeblich standen die Menschen Schlange um teilzunehmen. Privatsphäre im öffentlichen Raum hat jetzt also ein Preisschild, sie ist erschreckend günstig. 

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Die Appocalypse von Apple – für einen kleinen Teil der Smartphone Nutzer.

Gestern hat Apple nicht nur ein paar „me too“ Entwicklungen wie z.B. den HomePod Lautsprecher vorgestellt. Es wurde auch eine Homage an die App Entwickler gezeigt, die tagein tagaus dafür sorgen, dass das App-Universe von Apple funktioniert und echten Mehrwert erbringt. Eine lustige Überzeichnung der Wichtigkeit von Apps für das iOS Öko-System:

 

 

Dieser Clip lässt nur irgendwie außer Acht, dass selbst beim Ausfall des iOS Öko-Systems immer noch 84% aller Smartphones durchaus funktionsfähig wären, da sie auf Android laufen. Ja, Apple hat anscheinen nur noch ca. 14% Marktanteil. Benehmen sich aber, als gäbe es nichts anderes.

Lustige Info am Rande: Apps ohne 64bit Unterstützung laufen in Zukunft nicht mehr, das neue iOS lässt das nicht zu. Wie viele Apps mag das betreffen?

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Die Story von WannaCry: eine Verkettung von Unfähigkeit, Ignoranz und bösen Absichten

Die Story der aktuellen Trojaner-, Wurm- und Ransomsoftware WannyCry ist so hanebüchen, man möchte heulen:

Das Resultat konnte jeder an teilweise sehr öffentlich Plätzen sehen:

 

Wer kann im Jahr 2017 also noch daran zweifeln, dass IT Security eines der wichtigsten Themen für Unternehmen und Politik ist?

Mittlerweile sind über 200.000 Menschen in 150 Ländern davon betroffen. Weitere Wellen werden morgen früh erwartet, wenn sich Millionen Arbeitnehmer weltweit nach dem Wochenende zum ersten Mal wieder einloggen. Zudem werden neue Attacken mit Varianten ohne Kill-Switch erwartet. Die nächste Woche kann spannend werden.

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Netzfischer und Web Jungle sind jetzt eins.

Manche mögen es bemerkt haben: hier auf Netzfischer erscheinen plötzlich die Inhalte meines anderen Blogs: web-jungle.com.

Der Grund ist ganz einfach und gleichzeitig sehr ärgerlich: im Rahmen einer Servermigration wurden die Daten vom ehemaligen Netzfischer Blog nicht korrekt auf den neuen Server migriert. Heisst: Die Inhalte vom Netzfischer Blog sind unwiderruflich verloren. 

Da ich seit einiger Zeit bereits darüber nachdenke, wie ich aus der Nummer herauskomme, zwei Blogs pflegen zu müssen, ist dies eine nicht gewollte, ärgerliche aber auch befreiende Lösung.

Schlimmer wäre es übrigens gewesen, wenn die Web Jungle Inhalte verloren gegangen wären. Denn im Gegensatz zum Netzfischer Blog, wo ich ein wildes Sammelsurium an unterschiedlichsten Inhalten hatte, sind die Web Jungle Posts über viele Jahre sehr fokussiert auf digitales Marketing gewesen. Die Inhalte spiegeln somit zumindest teilweise wider, was ich an Cases und Trends interessant fand.

Somit gibt es jetzt also nur noch ein Blog. Willkommen bei Netzfischer.de – ein Blog über Netzkultur, digitales Marketing und was mich sonst noch so interessiert 🙂

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Social Media News Highlights 2016

 

Die Social Media News Highlights aus 2016 gibt es jetzt in einer Infografik der Agentur Adaptly.

Streng genommen sind vieles keine großartigen News. Wen interessiert es schon, dass Instagram im Februar 200.000 Werbetreibende aufweisen konnte oder Pinterest im April den ersten Präsidenten angestellt hat? 

Andere Dinge sind meiner Meinung nach durchaus erwähnenswert:

Live Video wird im Facebook News Feed priorisiert (März) und Instagram hat jetzt auch Live Video (seit Dezember).

Twitter debütierte Livestreaming während des Wimbledon Tennis Turniers im Juli und livestreamt die NFL Football Spiele jeden Donnerstag.

Instagram hat jetzt auch Stories – und einen Feed, der wie bei Facebook durch einen Algorithmus gesteuert wird. Ersteres ist schön, zweites eher lästig.

Auf Instagram kann man jetzt durch Produkt-Tags und „Shop Now“-Links einkaufen. (Ob das auch in Deutschland rechtlich korrekt umgesetzt werden wird?

Und – last und auch least – wer solch eine Infografik baut, kann sich natürlich auch selbst verewigen. Adaptly war im Februar zum Beispiel der größte Spender für Twitter Ads während der Superbowl und hat Pilotprojekte mit Snapchat und Hootsuite durchgeführt.

 

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Das Adidas Video „Break Free“ basiert auf einem deutschen Spielfilm von 2013.

Aktuell geht ein Video viral durch’s Netz, das der Student Eugen Merher als Initiativprojekt für Adidas gemacht hat und das von Adidas abgeleht wurde. Der Aufschrei ist groß. Websites wie Huffington Post, Fasttocreate und Boredpanda klopfen Eugen auf die Schulter und rügen Adidas. 

Zugegeben, das Video ist sehr gut umgesetzt und die Idee ist rührend: ein ehemaliger Marathonläufer träumt in einem beklemmenden Altersheim davon, zum letzten Mal einen Marathon zu laufen. Die Message: Break free.

 

Soweit so gut. Was viele (englischsprachige) Medien nicht wissen (können): die Idee ist fast identisch mit der eines deutschen Spielfilms aus dem Jahre 2013 mit dem Titel „Sein letztes Rennen„. In diesem Film lebt die Hauptperson, gespielt von Dieter Hallervorden, in einem drögen Altersheim und träumt davon, ein letztes Mal den Berlin Marathon mitzulaufen. Die Story und die Stimmung sind fast identisch, vom verständnislosen Personal bis hin zum weiße Trägerhemd. 

 

 

Ist die Idee geklaut? Es scheint fast so. Das Video ist dennoch ein sehr gutes Werbevideo für Adidas. Und außerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz wird vermutlich niemand den Spielfilm kennen.

 

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