Aus Google wird Alphabet. Sonst ändert sich nichts, oder?

Google LogoEine Meldung, die auf den ersten Blick wie eine typische Unternehmensberater getriebene Umfirmierung aussieht, letztendlich aber mehr Tragweite mit sich bringt, als auf den ersten Blick sichtbar wird: Der Konzern Google wird in Alphabet umbenannt. Das Suchmaschinengeschäft wird eine Tochter von Alphabet – und weiterhin Google heißen. Klingt wirr, ist aber ein schlauer Schachzug.

What is Alphabet? Alphabet is mostly a collection of companies. The largest of which, of course, is Google. This newer Google is a bit slimmed down, with the companies that are pretty far afield of our main Internet products contained in Alphabet instead. What do we mean by far afield? Good examples are our health efforts: Life Sciences (that works on the glucose-sensing contact lens), and Calico (focused on longevity). Fundamentally, we believe this allows us more management scale, as we can run things independently that aren’t very related. (mehr dazu im Googleblog)

Das Webgeschäft von Google hat mit vielen Projekten, die im Konzern laufen, relativ wenig gemeinsam. Google ist eine Cashcow, letztendlich geht es darum, Nutzern die richtigen Inhalte (und Werbeanzeigen) auf Basis von Unmengen von Daten vorzusetzen. Das macht Google seit Jahren sehr erfolgreich und verdient damit viel Geld.

Die anderen Projekte kosten vermutlich viel Geld und erfordern eine ganz andere Expertise, als das Kerngeschäft von Google.

Um diese Projekte fokussierter voranzutreiben, werden eigene CEOs für die neuen Töchterunternehmen engagiert. Gleichzeitig kann jedes Unternehmen mit einer eigenen Marke in seiner Branche glaubwürdiger auftreten, als die Marke „Google“ das könnte.

Auch die zukünftige Tochter Google muss sich in Zukunft stark auf ihr Kerngeschäft fokussieren können. Facebook mit „Atlas“ und Amazon Advertising arbeiten an Werbemodellen, die dem Google Modell ernsthafte Konkurrenz machen werden, jeder Ansatz auf seine eigene Art und Weise. Kein schlechter Zug, wenn sich Google dieser Problematik fokussierter stellen kann.

Ein weiterer Nebeneffekt, der vielleicht nicht ganz unwichtig ist, wenngleich ich nicht glaube, dass es bei der Entscheidung zur Umstrukturierung eine Rolle gespielt hat: wenn die Marke Alphabet als Holding in den Hintergrund tritt, dann wird die breite Allgemeinheit irgendwann vergessen oder gar nicht erst mitbekommen, welche Konzerne alle in dem Konglomerat stecken und miteinander Daten austauschen können.

Wir dürfen gespannt bleiben, wie die Aktienmärkte diese Strategie bewerten werden. Die erste Reaktion war anscheinend positiv.

 



Ähnliche Beiträge

Auch sehr interessant:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.