Das Verlangen der Kripo nach LKW-Mautdaten und die „Broken Window“ Theorie

Es ist nach all der Aufklärung durch Snowden schon fast albern, wenn man sich darüber aufregt, dass die Kriminalpolizei die LKW-Mautdaten für ihre Ermittlungen haben möchte. Dennoch ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen.

Es geht hier, wie auch bei allen anderen gesammelten Daten um Präzedenzfallvermeidung. Und das funktioniert ähnlich wie die „Broken Window“-Theorie:

Unter dem Schlagwort „Broken Windows“ haben die US-amerikanischen Sozialforscher James Q. Wilson und George L. Kelling im Jahre 1982 das eingängige Bild der zerbrochenen Fensterscheibe geprägt, die sofort repariert werden müsse, um weitere Zerstörung und in der Folge den Niedergang von Stadtvierteln und schwere Kriminalität zu verhindern. In einer Art ursächlicher Abfolge seien Unordnung und Kriminalität innerhalb einer Community unentwirrbar miteinander verknüpft.

Nur eben mit anderen Vorzeichen. In diesem Fall muss der sich damit einschleichende Überwachungsstaat vermieden werden. In Zeiten von Snowden schon fast albern, sich darüber noch Gedanken zu machen.

Aber dennoch wichtig, da die Daten, die NSA, BND und andere Geheimdienste von der Gesellschaft absaugen, zur Zeit noch nicht allen Institutionen zur Verfügung stehen.

Wie gesagt, Vermeidung der ersten zerbrochenen Fenster im Datenschutz. Die wenigsten von uns sind LKW Fahrer und damit nicht direkt betroffen. Aber Irgendwann kommt die PKW-Maut, dann ist ein Großteil der deutschen Bevölkerung potentiell betroffen. Ein Zugriff auf E-Mail Postfächer könnte irgendwann auch gefordert werden, die Vorratsdatenspeicherung wird hoffentlich endgültig verhindert.

Es muss verhindert werden, dass die Kripo aus Ermittlungsgründen den ersten Stein wirft und den Datenschutz zersplittern lässt.

 

(Gefunden übrigens im D64 Ticker, lohnt sich wohl doch, den zu abbonieren.)

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