7 digitale Sünden, die (fast) jeder schon begangen hat.

Der Guardian hat in Kooperation mit dem National Film Board of Canada eine faszinierende Seite über 7 digitale Sünden veröffentlicht:

Digitale Sünden 1

Die 7 Sünden sind – wie auch schon in der Bibel: Pride (Stolz), Lust (Wollust), Greed (Habgier), Gluttony (Völlerei), Envy (Neid), Wrath (Zorn) and Sloth (Faulheit).

Jede dieser Sünden wird mit einem Video sowie kurzen Stories dargestellt:

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Zusätzlich gibt es einige Umfrage-Statistiken, die man nur zusehen bekommt, wenn man selbst an diesen Umfragen teilnimmt:

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Im Prinzip kennt man diese 7 Sünden, ich glaube es gibt wenige Leute, die sich nicht in zumindest 1 oder 2 Sünden wieder erkennen.

(Und ja: ich google mich auch manchmal selbst 🙂 )

 

 

 

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Mein Facebook „News“-Feed ist kaputt.

Seit einiger Zeit bin ich hochgradig vom Facebook „News“-Feed genervt, sprich die Ansicht in meiner Android App, die mit „Neuigkeiten“ betitelt ist.

Diese Neuigkeiten sind seit einiger Zeit keine solchen mehr. Ich habe immer mehr das Gefühl, nur noch Meldungen von gestern zu lesen, als halte ich eine gedruckte Tageszeitung aus meinem Freundeskreis in der Hand.

Ärgerlich vor allem, wenn man mehr als 1x pro Tag reinschaut, denn dann tut sich bei den „Neuigkeiten“ nicht viel. Und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass bei meinen über 1.000 Facebook Freunden und über 500 Likes auf irgendwelche Pages so wenig pro Tag gepostet wird.

Also habe ich mir mal den Spaß erlaubt, die letzten 25 Posts in meinen „Neuigkeiten“ zu analysieren. Das Ergebnis:

Stichprobe und zeitlicher Ausgangspunkt war Sonntag um 18:00h. Die letzten Postings hatten die folgenden Zeitstempel:

  • Gestern um 22:26 Uhr
  • Posting Werbung
  • Gestern um 22:14 Uhr
  • Sa. um 12:31
  • Gestern um 21:37 Uhr
  • Gestern um 22:21 Uhr
  • Gestern um 22:28 Uhr
  • Gestern um 22:12 Uhr
  • Gestern um 22:30 Uhr
  • Posting mit Werbung
  • vor 5 Std
  • vor 7 Std
  • Gestern um 22:29 Uhr
  • Gestern um 20:50 Uhr
  • Sa. um 17:14
  • vor 4 Std
  • Sa. um 18:01
  • Gestern um 22:28 Uhr
  • Gestern um 22:07 Uhr
  • vor 5 Std
  • Gestern um 21:02 Uhr
  • Sa. um 13:30
  • vor 6 Std
  • Posting mit Werbung
  • Sa. um 13:46

Sicherlich spielt die Tatsache, dass „Gestern gegen 22 Uhr“ Deutschland gegen Ghana gespielt hat, eine Rolle. Es werden sehr viel mehr Leute gepostet haben als sonst, das könnte den Algorithmus verwirrt haben.

Aber dennoch erschreckend: 68% der Postings sind vom Vortag, nur 20% tatsächlich aus den letzten 7 Stunden. Jünger als 4 Stunden war keine Meldung bei meinen „Neuigkeiten“. Das ist wirklich unglaublich!

Facebook Postings Analyse

Liebes Facebook, euer Algorithmus ist vermutlich kaputt oder falsch programmiert. Die Meldungen sind nicht nur veraltet, die meisten habe ich im Laufe der letzten 24 Stunden bereits mehrfach gesehen.

Dadurch wird mein Stream der „Neuigkeiten“ langweilig und ich merke, wie ich in letzter Zeit immer weniger Lust habe, auf Facebook zu stöbern, was meine Freunde gerade machen.

 

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Wie shrturl.co den Ruf der Onlinemedienlandschaft beeinflussen wird

 

URL-Shortener erfreuen sich seit einiger Zeit durch Dienste wie Twitter sehr großer Beliebtheit, man sieht diese gekürzten Link überall!

Ein neuer URL-Shortener Dienst wird uns in nächster Zeit viel Vergnügen bereiten – und für viel Verwirrung, vielleicht auch Ärger sorgen!

Bei Shrturl.co kann man nämlich normale Websites ganz den eigenen Ideen entsprechend verändern: Einfach die URL auf der Website von shrturl.co eingeben, Texte und/oder Bilder editieren und den Link der veränderten Seite an Freund verschicken oder twittern/facebooken.

 

shrturl.co screenshot

 

Der Nutzer sieht die Website mit der Meldung und wird im ersten Moment nicht erkennen, dass die Seite verändert worden und damit einfach nur ein Hoax ist.

Zur Zeit geht z.B. der Hoax um, dass der Daily Mirror in England berichtet, dass Madrid den Maledivischen Fussballer Ali Ashfaq verpflichtet hat. Da die Hoaxes jeweils für nur 3 Tage online sind, folgt ein Screenshot für alle, die dies nach dem 12. Juni lesen:

 

dailymirror shrturl screenshot

 

Anderes Beispiel: Carsten Knobloch hat seinen Lesern weismachen wollen, dass sein Blog für über 1 Mio. vom Axel Springer Verlag übernommen wird. (Dieser Hoax ist leider nicht mehr online.)

 

Woran kann man die Hoaxes erkennen? Zwei Dinge sollte man beachten:

Das erste ist die URL Zeile des Browsers: Dort ist die URL von shrturl.co zu sehen, obwohl man im Browser selbst die Website sieht, die man eigentlich erwartet hat. Ein sicheres Zeichen, dass Frames genutzt werden:

 

Shrturl Browser URL Zeile

 

Zweitens weist der Dienst selbst darauf hin. Ganz unten auf der veränderten Website befindet sich im Footer ein Hinweis:

 

Shrturl Footer Disclaimer

 

 

Das Problem wird  sein: nur wenige schauen sich die URL Zeile an – oder wissen überhaupt, wie diese auszusehen hat. Und: der Hinweis im Footer ist winzig – die wenigsten werden überhaupt soweit runterscrollen.

Ab jetzt wird es somit sehr viele Nutzer geben, die auf solche Hoaxes hereinfallen. Staunen, sich freuen oder ärgern – und irgendwann die Links auf Twitter & Co. nicht mehr ernst nehmen. Sogar die ernstgemeinten.

 

Die Glaubwürdigkeit von Online Quellen leidet weiter.

Wer erinnert nicht die Pofalla-Meldung des Postillon Anfang des Jahren? Der Postillon befand, dass die Meldung über Pofalla’s Wechsel in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn mehr Satire sei, als er sich selbst jemals ausdenken könne und kopierte einfach nur die Pressemitteilung – datierte diese allerdings um einen Tag vor.

Sämtliche anderen Nachrichtenquellen kopierten ebenfalls nur die Pressemitteilung (Hallo „Qualitätsjournalismus“!) und machten damit ungewollt den Eindruck, sie hätten vom Postillon abgeschrieben. Stefan Sichermann (aka der Postillon) kritisierte später im Spiegel die Medienbranche, sagte, deren Glaubwürdigkeit habe gelitten.

Jetzt wird es noch mehr Verwirrung geben. Viele Nutzer werden auf die gehoaxten Meldungen hereinfallen. Entweder, weil sie einfach nicht wissen, wie man solche Hoaxes erkennt. Oder, weil die Onlinenutzer mit ihrer immer flüchtiger werdenden Aufmerksamkeit die feinen Hinweise übersehen.

 

Je nachdem ob Vergnügen oder Verärgerung im Web überwiegen, können diese Hoaxes die Glaubwürdigkeit von Onlinemedien noch weiter diskreditieren. Kein Schelm, wer jetzt annimmt, die Printmedien hätten dieses Tool erfunden.

 

Wer mehr möchte: Auf der Facebook Seite von Shrturl werden erfolgreiche Hoaxes erwähnt, anhand der Twitter-Suche kann man sehen, was gerade heiß geshared wird. Ich wette, in den nächsten Tagen wird Facebook und Twitter von solchen Links überschwemmt werden.

 

 

 

 

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