Besteht die gesamte Printbranche einfach nur aus aufgeblähten „Reichweiten“?

 

Der Artikel von Thomas Knüwer zum aktuellen Verkauf diverser Printprodukte von Springer an die Funke Gruppe ist sehr empfehlenswert.

Den folgenden Text habe ich eigentlich als Kommentar darunter geschrieben, da ich an dieser Stelle jedoch schon öfter Gedanken zur aktuellen Situation in der Medienbranche veröffentlich habe, kopiere ich meinen Kommentar bei Herrn Knüwer hier auch noch mal hinein.

Vorher sollte man allerdings erst mal den Artikel von Herrn Knüwer lesen.

 

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Kann es sein, dass die sinkenden Auflagen nicht so sehr durch einen Shift zu online ausgelöst werden, sondern eher ein Symbol für die zunehmende übergreifende Messbarkeit von Reichweiten sind?

Im Online Bereich kann man messen, was die Leute wirklich lesen (oder zumindest durch Anklicken vorgeben zu lesen).
Im Print gibt es Auflage, Brutto-Reichweite etc., jedoch konnte man über Jahrzehnte nie belegen, wie viele Leute die Printprodukte, bzw. einzelne Artikel wirklich gelesen haben. Jetzt ist klar, wie viel “News” in Deutschland wirklich benötigt wird.

Letztendlich zerplatzt damit dann einfach nur eine riesige Blase. Die Medienbranche hat – weil sie es nicht besser messen konnte – über Jahrzehnte viel zu viel für ihre Produkte berechnet. Nicht die tatsächliche Leserkontaktzahl lag TKP Berechnungen zu Grunde, sondern allein die Tatsache, wie schlau die Medienhäuser ihre Produkte über Kioskverkäufe, Abos, Freieinweisungen, Flughafen-Gratis-Zeitungen und ähnlichem streuen konnten. Online wird nur noch das berechnet, was wirklich gelesen, bzw. angeklickt wird.

Deutschland liest also (vermutlich) nicht viel weniger, sondern die gesamte Branche muss sich endlich dem realen Bedarf stellen und den gesamten ineffizient aufgeblähten Apparat zurückschrauben. Davon profitieren nun alle die, die diesen Apparat früher unfreiwillig mitfinanziert haben. Leser, Werbetreibende, zum Beispiel. Das nur mal so als These.

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