Eine Studie beweist das Offensichtliche: Moderne Musik ist lauter und langweiliger als früher.

Neulich habe ich mir bei Spotify die Top 100 Charts aus Deutschland angehört und war wenig “amused”. Eine einzige Einheitsbrei-Suppe. Schon öfter habe ich mich gefragt, warum so viele der heutigen Songs so langweilig sind. Habe das aber immer damit abgetan, dass die Charts eben für die Teens von heute sind und ich aufgrund meines fortgeschrittenen Semesters lieber olle Kamellen höre.

Jetzt ist mein Gefühl bestätigt worden. Moderne Musik ist langweiliger geworden.

Eine Studie beweist, dass Musik heutzutage aus immer weniger Akkorden besteht, die Loudness-Level angehoben sind und weniger Instrumente genutzt werden.

we prove important changes or trends related to the restriction of pitch transitions, the homogenization of the timbral palette, and the growing loudness levels. This suggests that our perception of the new would be rooted on these changing characteristics. Hence, an old tune could perfectly sound novel and fashionable, provided that it consisted of common harmonic progressions, changed the instrumentation, and increased the average loudness

Auf der verlinkten Website werden zusätzlich viele Grafiken gezeigt, die Erkenntnisse visualisieren.

Ob sich dieser Trend jemals umkehren wird? Meiner Meinung nach ja, und zwar dann, wenn die Charts wieder vermehrt die Werke echter Künstler repräsentieren und nicht die Auswüchse einer sterilen durchgeplanten Musikmaschine, wie es die Musikverlage mittlerweile zu bevorzugen scheinen.

Da ich zur Zeit sowieso sehr begeistert von Musik-Geschäftsmodellen wie Spotify bin, hoffe ich natürlich, dass die alten Geschäftsmodelle der Musikbranche (“wir transportieren Plastikscheiben mit Musik von A nach B”) durch innovativere Modelle komplett abgelöst werden – und dass das auch einen Schub für die Vielfalt der Musik und der Künstler bedeutet.

Ich glaube sowieso nicht mehr, dass man in 10 Jahren noch CDs kauft. Allenfalls Sammler, die die Dinger im Regal stehen haben wollen (ein Grund, weshalb ich z.B. auf immer und ewig Bücher kaufen werde).

Dienste wie Spotify könnten in Zukunft selbst zum Label werden. Und im Long Tail von Nischen-Musik quasi alles anbieten. Schon jetzt gibt es über 15 Millionen Songs, das Interface ist aber dennoch sehr übersichtlich. Es ist also noch “Platz” für Millionen weiterer Künstler.

Theoretisch könnte Spotify (oder Napster, Simfy, etc.) also einen ähnlichen Weg gehen, wie Amazon mit dem Amazon Kindle Direct Publishing, wo sich jeder Schreiberling seiner Nischen-Leserschaft präsentieren kann.

So könnten sich mit etwas Glück und der richtigen Entwicklung in Zukunft wieder sehr viel mehr Nischen-Künstler in meinem Spotify Stream breit machen, und auch moderne Musik wieder interessanter für mich (und die Wissenschaftler) werden.

Wie man dann in Zukunft, in Zeiten einer extremen Fragmentierung des Musikmarktes, noch Charts ermitteln will, oder welche Aussagekraft diese haben, wird sich zeigen.

(bei n-tv gefunden.)

 

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