Die Regierung hat einen (digitalen) Fachkräftemangel.

Neulich schrieb eine Zeitung, dass die Regierung sich über den Fachkräftemangel in Deutschland beklage. Ein Kollege schrieb auf Facebook dazu, dass die Regierung selbst einen Fachkräftemangel hat. Dem kann man nur zustimmen, insbesondere, wenn es um digitale Geschäfte geht.

Matthias Schrader, Gründer und CEO der Digitalagentur SinnerSchrader wird in einer Pressemitteilung mit den folgenden Worten zitiert:

Wir werden von gefährlichen Ahnungslosen regiert. Viele Politiker sind digitale Analphabeten. Das ist für Deutschland ein echter Standortnachteil. Behörden und Politik schüren gezielt die Angst vor dem ‚Datenhunger amerikanischer Konzerne‘, riskieren aber mit ihrer Gesetzgebung in der Praxis insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter und gefährden Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite setzt der Staat auf rechtsverletzende Tools wie den Staatstrojaner, der dem Datenmissbrauch Tür und Tor öffnet. Das ist mehr als nur bigott.

Dem kann man nur beipflichten. Was die Politiker beschliessen, und was sie an Unkenntnis zeigen, ist erschreckend. Ich frage mich, ob die Politiker in den anderen Themenfeldern, in denen ich mich nicht so gut auskenne, ebenso ahnungslos sind? Was, wenn deren Entscheidungen im Gesundheitssektor ähnlich falsch sind?

Das Verhalten der Regierung in der aktuellen Währungskrise ist auch nicht sehr vertrauensbildend. Was, wenn hier genauso ahnungslos vor sich hin regiert wird?

Johannes Lenz von der Werbeagentur Grey hat übrigens Herrn Schrader zu seinem Statement interviewed. Hier ein paar Zitate:

Im Ausland wird Digitalisierung als Chance begriffen. Hierzulande als Gefahr. Über unsere Zukunft entscheiden Menschen, die nicht wissen, was sie tun. Wenn wir nicht umlenken, werden wir dafür die Quittung bekommen.

Der E-Commerce ist schon jetzt überreguliert. Im Online-Media-Geschäft droht uns mit dem Quasi-Verbot zielgerichteter Werbung der Rückfall in die prädigitalte Steinzeit. Für Werbetreibende ist das eine Katastrophe. Und dem deutschen Endkunden droht nun auch im Netz eine Service- und Komfortwüste.

Natürlich hat Herr Schrader Angst um sein Business, aber letztendlich schadet die Überregulierung auch dem Endverbraucher…

Auch Sascha Lobo nimmt in seiner Spiegel Kolumne, angestachelt durch die Bundestrojaner-Debatte kein Blatt vor den Mund.

Schade nur, dass die Damen und Herren an der Macht all diese Statements nie lesen werden, solange man sie ihnen nicht ausgedruckt vorlegt.

Vielleicht kann mir ja einer meiner Berliner Leser den Gefallen tun, und alle Texte dieser Art ausdrucken und im Regierungsviertel abgeben?

 



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