Es gibt jetzt ein Slow Media Manifest!

Social Media und das Echtzeitweb scheinen allmählich den Sprung von Sascha Lobo hin zur Gesamtbevölkerung geschafft zu haben. Einigen reicht das bereits und steigen wieder aus, andere fragen sich, wie sie ihre Mediennutzung in den Griff bekommen sollen.

Nun haben Benedikt Köhler, Sabria David, und Jörg Blumtritt das Slow Media Manifest verfasst. Kernidee ist die Aussage, dass es die eigene Haltung ist, die entscheidend im Medienkonsum ist:

Aufmerksamkeit und Konzentration – mithin Qualität – sind keine Frage der Medien, sondern der Haltung, mit der man sie nutzt.

Der Begriff Slow Media erscheint in letzter Zeit öfter mal in Blogs und das Buch „Payback“ von Frank Schirrmacher spielt ja auch ein wenig in die Richtung. Dazu also ein paar Thesen zu formulieren scheint eine gute Idee zu sein. Daher sind im Manifest 14 Punkte festgehalten, mit dem folgenden Hintergrund:

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, den so genannten Nuller-Jahren, haben sich die technologischen Grundlagen der Medienlandschaft tiefgreifend verändert: die wichtigsten Schlagworte lauten: Vernetzung, Internet und soziale Medien. Im zweiten Jahrzehnt wird es weniger darum gehen, neue Technologien zu finden, die das Produzieren von Inhalten noch leichter, schneller und kostengünstiger gestalten. Stattdessen wird es darum gehen, angemessene Reaktionen auf diese Medienrevolution zu entwickeln – sie politisch, kulturell und gesellschaftlich zu integrieren und konstruktiv zu nutzen. Das Konzept “Slow” – Slow wie in Slow Food und nicht wie in Slow Down – ist ein wichtiger Schlüssel hierfür. Analog zu Slow Food geht es bei Slow Media nicht um schnelle Konsumierbarkeit, sondern um Aufmerksamkeit bei der Wahl der Zutaten und um Konzentration in der Zubereitung. Slow Media sind auch einladend und gastfreundlich. Sie teilen gerne.

Nicht alle Punkte sind wirklich nachvollziehbar oder auf den ersten Blick schlüssig und es hat sich in den Kommentaren auch schon jemand zu Wort gemeldet der zu jeder der 14 Punkte was zu hinterfragen hat. Bin mal gespannt wie sich dieses Meme weiterentwickelt. Es soll in Kürze eine englische Übersetzung folgen, dann wird auch die englische Blogosphäre mit diskutieren.



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