Unsere Wirtschaft ist also nicht gefährdet, Herr Glos?

Weltweit purzeln momentan die Börsenkurse, was Spiegel Online dazu bewegt hat, ein paar Fragen zu beantworten, die ein Bürger und Kleinanleger zur Zeit haben könnte.

Das ist sehr hilfreich, auch wenn es natürlich bewusst oberflächlich gehalten ist. Was mich am meisten verwundert, ist allerdings ein Zitat von Michael Glos auf dieser Seite der Artikelsequenz:

Bundeswirtschaftminister Michael Glos (CSU) behauptet, die Krise an den Finanzmärkten werde keine Auswirkung auf die Konjunktur haben: „In Deutschland und in Europa sind wir nicht direkt gefährdet.“

Das kann man natürlich glauben, wenn man will. Spiegel.de schreibt dazu höflich

Das ist eine äußerst optimistische Sichtweise.

Vielleicht kann Herr Glos seinen Leuten, die für ihn das Internet bedienen, mal sagen, dass sie sich diese Quelle ansehen sollten (pdf). Da steht – schon auf der ersten Seite:

Ohne den erfolgreichen Außenhandel wäre die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts seit dem Jahr 2000 deutlich schwächer verlaufen: Mit Ausnahme des Jahres 2003 hat die Bedeutung des sogenannten Außenbeitrags, des Saldos aus Aus- und Einfuhren von Waren und Dienstleistungen, ständig zugenommen.

Wir sind nämlich, und das schon länger, Exportweltmeister. Wenn die Nachfrage im Rest der Welt zusammenbricht, dann könnten wir sehr wohl direkt davon betroffen sein, sogar mehr als andere Länder…

Auf Seite 11 des genannten Berichts steht dann noch:

Im Jahr 2006 trugen die Warenexporte 21,2 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. 2000 waren es 16,6 %, 1995 nur 13,7 %.

Das finde ich ziemlich viel, wenn ein fünftel der Wirtschaft vom Export abhängt. Fragt sich natürlich, wieviel davon in die EU geht. Dennoch sollte man nicht so einfach behaupten, dass wir nicht gefährtdet sind!



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