Das Internet vergisst nix.

Auf zeit.de gibt es einen sehr schönen Artikel über das Elefantengedächtnisses des Internets. Es ist immer wieder faszinierend, was für ein gigantischer Informationsspeicher das Web ist. Aber es ist auch erschreckend, was das langfristig bedeuten kann. Denn:

„speichern ist in der digitalen Welt ungleich leichter als löschen. So werden wir zu Informations-Messies.

Die Fülle an Informationen im Netz geht in die zig-Terabyte („deep web“), jeden Tag kommen unzählige Gigabyte hinzu, insbesondere seitdem es immer mehr „user generated content“ gibt. Das Problem wird in der Zukunft also sein, gute von schlechten Informationen – oder vielmehr: relevante von irrelevanten Informationen zu unterscheiden. Auch kann eine Information richtig und relevant sein – nur eben etwas veraltet. Vielen Websites kann man das Alter nur schlecht ansehen. Wichtig ist zuletzt natürlich auch, Informationen richtig zu bewerten:

»Was wahr und verbrieft, was falsch und erfunden, was individuelles Phantasma und was wissenschaftliche Recherche, was seriöse Information und was Blasphemie oder Pornographie ist, muss dort jeder selbst herausfinden«.

Und nicht nur das, selbst wenn eine Information relevant und richtig ist, dann ist sie eventuell unvollständig und aus dem Kontext gerissen:

Denn im Netz werden Texte […] weitergereicht, kopiert, zerschnitten, einzelne Teile hier oder dort wiederverwendet (so, wie ich es hier gerade mache), nicht immer mit einer Angabe der Quelle. Der Zusammenhang geht verloren, der Ursprung der Information verwischt.

Auch auf diese Weise wäre die Information ggf. nutzlos, denn viele Fakten sind, einmal aus dem Kontext gerissen, schwer bewertbar.

Der Artikel schliesst mit dem schönen Satz:

„Denn blanke Information, losgelöst von Raum und Zeit, ist nichts – außer gefährlich.“



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