Archiv für November 2007
Der legendäre 6 Sekunden “Amen Break” in der Musikgeschichte
Ich habe das “Amen Break” Sample schon sooo oft gehört, in zig Hip Hop und Jungle Songs der 80er und 90er (aber nicht dem “besten” von heute). Und ich bin mir sicher, das geht Euch genauso.
Es geht um ein nicht einmal 6 Sekunden langes Drum Solo – oder “Break” in einem Lied, das noch nicht einmal besonders berühmt geworden ist. Das Lied “Amen, Brother” war nämlich nur die B-Seite von dem Song “Color him Father” von 1969 von den Winstons. Hier gibt es die Geschichte zum nachlesen.
Wer sich allerdings für urbane underground Hip Hop und Jungle Musik der 80er und 90er Jahre interessiert, sollte sich das folgende Video ansehen. Denn sehr viele bekannte Jungle und Hip Hop Songs basieren auf diesem Sample.
Der Clip dauert ca. 18 Minuten, allerdings ist vor allem die erste Hälfte interessant. In der zweiten Hälfte dreht sich alles um die Tatsache, dass viele Bands und Sample Labels dieses Break Sample illegalerweise kopiert und/oder zum Verkauf angeboten haben. Dass diese 6 Sekunden damit zwar nicht legal, aber doch kulturell zum Allgemeingut geworden sind. Und die Winstons haben nie einen Rechtsanwalt bemüht.
Damals wusste keiner mit der Tatsache umzugehen, dass alles mögliche einfach gesampelt wurde. Das war eben normal. Heutzutage muss jeder für jede Sekunde eines Samples (auch wenn es kaum wiedererkannt werden kann) bezahlen. Witzigerweise verkauft angeblich ein Label das “Amen Break” Sample unter genau diesen Copyright Bedingungen. Obwohl sie es selbst “ausgeliehen” haben.
(Immer wieder inspirierend: Creative Generalist)
Der Chefkoch mag McDonalds.
Der Sichelputzer berichtet darüber, dass mal eine nicht so Webzwonullige Website erfolgreich von einem großen Verlag übernommen wurde. Chefkoch.de, eine Seite, die schon seit 1998 existiert, wurde jetzt nämlich von Gruner+Jahr übernommen. Mit ca. 6 Mio. Visits und 68 Mio. Page Impressions pro Monat sicherlich kein schlechter Fang.
Allerdings musst ich ein wenig schmunzeln, als ich die Werbung vom heutigen Tage sah:

Wem die Rezepte von Chefkoch.de misslingen – oder einfach mal keinen Bock hat zu Kochen, weiss wo er hingehen kann…
Nett oder nicht? Das entscheidet dieses Blog (nicht)
Noch mal was zu Robert Basic, bzw. einem Projekt vom selbigen.
Und zwar ruft er ein Meckerblog ins Leben, auf dem sich Leute über Produkte und Marken beschweren können. Was daran anders ist als bei dooyoo.de oder ciao.com kann ich noch nicht so recht sagen. Anscheinend hat Robert Basic am 14.11. der Ehrgeiz aufgrund eines Vorfalls mit schlechtem Kundenservice gepackt, sodass er das Projekt mit der URL ‘www.das-war-nicht.net‘ ins Leben gerufen hat. Nur aus Neugierde: Warum eigentlich als ‘Blog’ und nicht als Forum? Bringt das mehr? Ist das für die Nutzer besser? Für die Suchmaschinen-Indizierung mag das natürlich besser funktionieren.
Ansonsten natürlich eine schöne Idee. Power to the People, Source the Crowd, Consumer generated content. Und so weiter und so fort. Hauptsache “WIR” gewinnt. Klasse.
Was mir allerdings bei dem Konzept fehlt? Ganz einfach: wer wird das bezahlen? Wie wird die Lebenslinie dieser neuen Idee aussehen?
Ciao.com und dooyoo.de sind werbefinanziert. Wird sich irgendeine Firma in die Höhle dieses Löwens begeben und Werbung schalten, wo die Besucher über Produkte und Marken nur negativ schreiben?
Oder wird die Plattform spendenfinanziert seitens der Allgemeinbevölkerung sein? Das lässt er bisher völlig offen. Oder wird es so Low-Key gemacht, dass es fast keiner Finanzierung bedarf?
Bin mal gespannt, wie das weitergeht. Könnte sehr erfolgreich werden, könnte aber auch komplett nach hinten losgehen. Würde mich natürlich über ersteres freuen, so es denn sinnvoll konzipiert sein wird.
Am Rande einer kleinen (Blogger-) Szene
Wenn man vier Blogbeiträge der letzten 2 Tage zusammen betrachtet, dann ergibt sich ein wahrlich trauriges Bild der Deutschen Blogszene.
Ich fange mal provokativ damit an, dass Robert nach 97 Wochen das Bildblog von Platz 1 der Deutschen Blogcharts verdrängt hat. (Respekt dafür, übrigens!). Dennoch verdient Robert lediglich € 3.500,- pro Monat. Das ist wahrlich nicht viel, im internationalen Vergleich zumindest, wo über 100 Blogger mehr als das verdienen. Und immerhin 67 Blogger verdienen mehr als $15.000,- pro Monat. Ich möchte nicht falsch verstanden werden – €3.500,- ist eine Menge Geld und ich wäre froh, so viel zu verdienen – in den meisten Monaten verdiene ich nicht ein 1.000stel davon mit diesem Blog.
Nur befindet sich mein Blog gaaaaanz weit unten im Long Tail, während Robert eben Deutschlands Topblogger ist. Besser gehts nicht, in Deutschland. Daher ist die Tatsache, dass er “nur” €3.500,- verdient, traurig. Nicht so sehr für ihn, er wird seinen Kindern hoffentlich was schönes zu Weihnachten davon kaufen. Aber für die Deutsche Bloggerszene ist das traurig (immer unter der Annahme, dass das eine Art Obergrenze für Otto-Normal-Blogger ist).
Ja klar, bei dem Ranking von Deutsche Blogcharts geht es nicht um Einnahmen. Es kann sein, dass es etwas weiter unten im Longtail Blogs mit weniger Verlinkungen und Besuchern gibt, die aber höhere Einnahmen aufweisen. Mag sein, mag sogar sehr gut sein. Dennoch ernüchtert das.
Was mich zusätzlich noch ernüchtert hat, ist die Aussage von Dirk Olbertz und Jens Schröder vom Blogcensus Projekt, dass es in Deutschland überhaupt nur ca. 133.300 Blogs gibt, die in den letzten 2 Monaten aktiv waren. Damit ist die Deutsche Bloggerszene wahrscheinlich sogar kleiner als die Deutsche Bewohnerschaft der 3-Dimensionalen virtuellen Blase namens Second Life (in April 2007). Vielleicht passt die gesamte wöchentlich aktive Deutsche Bloggerszene wirklich in eine Eckneipe.
Read/writeweb erwähnt hier, dass viele Blogger, die aus rein privaten Gründen bloggen, in Zukunft andere Plattformen (Social Networks wie Facebook oder Microblogging wie Twitter) dafür entdecken werden, ihren Bekanntenkreis über die zuletzt konsumierten Kaffeemischungen zu informieren. Da frage ich mich wirklich, ob die Deutsche Bloggerszene (Blogosphäre) jemals wirklich groß werden wird?
Zu guter Letzt: Wie so viele frage ich mich natürlich auch immer wieder, woran das liegen kann? Warum bloggen die Deutschen nicht? Macht doch Spass. Oder?
Photoshop Wunder
Fotos kann man wirklich nicht mehr glauben. Es ist echt erstaunlich, was einige Photoshop Virtuosen alles leisten!
Ein Beispiel von Christophe Huet:
Nachher:
Vorher:
Ich gebs ja zu: in diesem Beispiel ist es klar, dass etwas manipuliert wurde, ich hoffe Ihr habt das auch erkannt?!
Auf der Website von Christophe Huet kann man sich allerdings noch einige andere Fotos ansehen, und vor allem kann man auch anhand eines Schiebereglers die Entwicklungsstufen der Manipulation sehen – und da wirds erst so richtig interessant. Einige Bilder, die recht normal aussehen, schienen in der Entwicklung extrem kompliziert gewesen zu sein!
Bornheimer Depot Bautagebuch – 13.11.07
Es sind wieder neue Bilder aus Frankfurt gekommen! Diesmal vom 11.11. (allerdings wohl nicht um 11 Uhr 11). Zu allererst natürlich wieder ein Bild von dem Haus, was damals direkt vor meiner Nase war:
Und ein Bild von einem der anderen Häuser:
Die Halle nimmt so langsam Form an:
Alle Bögen der Straßenbahnhalle sind montiert und auch die meisten der Längsverstrebungen.
Das Haus Heidestraße 137 hat zwar jetzt einen neuen Dachstuhl, dafür aber keine Fenster mehr:
Blogrundschau, 12. November 07
- Don Alphonso, allseits bekannter Totengräber, kreist in makabrer Erwartung geiernd über den angeblich austrocknenden Startups.
- Mike Schnoor über eine neue Seite namens guggr. Eine Community für Leute, die gemeinsam fernsehen wollen. Oder darüber reden. Oder so.
- Gruenderraum darüber, warum der Web 2.0 Hype bald überstanden ist. Die FTD ebenfalls. Hier gefunden.
- Jeff Bezos, Gründer von Amazon, ist süchtig nach Veränderungen. Und spricht über einiges, was man von Amazon in Zukunft erwarten darf.




