Am Rande einer kleinen (Blogger-) Szene

Wenn man vier Blogbeiträge der letzten 2 Tage zusammen betrachtet, dann ergibt sich ein wahrlich trauriges Bild der Deutschen Blogszene.

Ich fange mal provokativ damit an, dass Robert nach 97 Wochen das Bildblog von Platz 1 der Deutschen Blogcharts verdrängt hat. (Respekt dafür, übrigens!). Dennoch verdient Robert lediglich € 3.500,- pro Monat. Das ist wahrlich nicht viel, im internationalen Vergleich zumindest, wo über 100 Blogger mehr als das verdienen. Und immerhin 67 Blogger verdienen mehr als $15.000,- pro Monat. Ich möchte nicht falsch verstanden werden – €3.500,- ist eine Menge Geld und ich wäre froh, so viel zu verdienen – in den meisten Monaten verdiene ich nicht ein 1.000stel davon mit diesem Blog.

Nur befindet sich mein Blog gaaaaanz weit unten im Long Tail, während Robert eben Deutschlands Topblogger ist. Besser gehts nicht, in Deutschland. Daher ist die Tatsache, dass er „nur“ €3.500,- verdient, traurig. Nicht so sehr für ihn, er wird seinen Kindern hoffentlich was schönes zu Weihnachten davon kaufen. Aber für die Deutsche Bloggerszene ist das traurig (immer unter der Annahme, dass das eine Art Obergrenze für Otto-Normal-Blogger ist).

Ja klar, bei dem Ranking von Deutsche Blogcharts geht es nicht um Einnahmen. Es kann sein, dass es etwas weiter unten im Longtail Blogs mit weniger Verlinkungen und Besuchern gibt, die aber höhere Einnahmen aufweisen. Mag sein, mag sogar sehr gut sein. Dennoch ernüchtert das.

Was mich zusätzlich noch ernüchtert hat, ist die Aussage von Dirk Olbertz und Jens Schröder vom Blogcensus Projekt, dass es in Deutschland überhaupt nur ca. 133.300 Blogs gibt, die in den letzten 2 Monaten aktiv waren. Damit ist die Deutsche Bloggerszene wahrscheinlich sogar kleiner als die Deutsche Bewohnerschaft der 3-Dimensionalen virtuellen Blase namens Second Life (in April 2007). Vielleicht passt die gesamte wöchentlich aktive Deutsche Bloggerszene wirklich in eine Eckneipe.

Read/writeweb erwähnt hier, dass viele Blogger, die aus rein privaten Gründen bloggen, in Zukunft andere Plattformen (Social Networks wie Facebook oder Microblogging wie Twitter) dafür entdecken werden, ihren Bekanntenkreis über die zuletzt konsumierten Kaffeemischungen zu informieren. Da frage ich mich wirklich, ob die Deutsche Bloggerszene (Blogosphäre) jemals wirklich groß werden wird?

Zu guter Letzt: Wie so viele frage ich mich natürlich auch immer wieder, woran das liegen kann? Warum bloggen die Deutschen nicht? Macht doch Spass. Oder?



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