Blasen schlagen.

Während sich viele Deutsche Blogger fragen, ob es im Westen wirklich nichts neues gibt, zerbrechen sich die Kollegen westlich des großen Teichs die Köpfe darüber, ob es in Zukunft überhaupt noch viel neues im Web 2.0 geben wird.

Genauer gesagt fragen sie sich, ob wir jetzt in einer 2.(0) Blase sind, oder nicht? Das Meme scheint zumindest durch die Blogs und Medien zu geistern wie ein schlechtes Gewissen bei Pennälern, die zum zweiten Mal erwischt wurden, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Dabei ist doch jetzt alles ganz anders? Oder?

Steve Rubel zum Beispiel fühlt sich zur Zeit so, wie er sich seinerzeit fühlte, als die 1.(0) Blase zerplatzte:

This is a sad time for the web. It’s as almost somber as the time just before the last bubble burst in 2000. I was working in PR with dot-com startups at the time and the way I feel now is how I did back then. I wish I didn’t, but I do. Something needs to be said. Even if no one listens or cares what I think. […] The endless dot-com parties are back. So are the countless trade shows/conferences that regurgitate the same „new paradigms“ the last 10 events did – with no end in sight. […] Let’s face it, we’re skunk drunk and it’s because of money. It’s almost like we all need to enter Betty Ford Clinic 2.0 together. This time, it’s not stock market money but private equity, M&A, VCs and to some degree the reckless abandonment of logic by some advertisers who are perpetuating what is sure to end badly when the economy turns. Hubris is back my friends.

Das ist ziemlich hart. Wenn es denn so wäre. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied, obwohl auch diesmal sehr viel Geld im Spiel ist: es geht hier nicht um IPOs („Instant Porsche Owners“), sondern um Venture Capital. Natürlich geht es auch diesen Investoren darum, einen „lukrativen Exit“ zu erreichen. Und je mehr Unternehmen wie Google, Microsoft und Yahoo! (oder hier: Holtzbrinck, Burda & So.) für Startups mit halb ausgegorenem Geschäftsmodell zahlen, desto eher werden VCs in sehr spekulative Unternehmungen investieren. Klar, so schaukelt sich das hoch, bis Google irgendwann wirklich über $700 pro Aktie wert ist.

Aber reicht das für eine „Bubble“? Ich meine, eine richtige, branchenübergreifend Werte vernichtende Bubble? Wohl kaum, schreibt auch Marc Andreessen, einer, der sich mit Instant Porsches auskennen sollte. Stattdessen vergleicht er die Strategien der VCs mit der eines Baseball Batter: auf 10 Würfe kann man 6 bis 7 Fehlschwünge, 2-3 Mittelfeldbälle und einen Homerun rechnen. Wenn man genug Schwünge (sprich Kapital) hat, dann kann man ordentlich drauf los schlagen.

Also: Blase oder nicht? Jack Schofield schlägt drei Möglichkeiten vor:

(1) We’re all in Bubble 2.0 waiting for the bust.

(2) Silicon Valley is in a bubble, waiting for the bust.

(3) Bubbles are very rare. This is business as usual, please shut up.

Was meint Ihr?



Ähnliche Beiträge

Auch sehr interessant:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.