Goldrausch vor 12 Jahren – wie heute.

Im Netz verschwindet sobald nichts. Allerdings braucht man manchmal ein wenig Hilfe, um auf die Dinge, die es im Netz zu finden gibt, aufmerksam gemacht zu werden. Dieses Mal ist es ein Artikel aus dem Jahre 1995 (das ist ein halbe Ewigkeit in der Netzzeit!), in dem der damalige Goldrausch beschrieben wird. Vieles klingt bekannt, nur die Zahlen sind etwas kleiner. Aber in 12 Jahren wächst ja so einiges…

It’s that huge body of potential consumers that has businesses scrambling to get onto the Web, to which 6.64 million computers are already hooked up. There are more than 100,000 Web sites already […] The popular Yahoo guide to the Web lists more than 23,540 companies […] To many, this is the dawn of a radical new commercial era in which a single medium combines elements that used to be conveyed separately: text, voice, video, graphics. Countless firms will be transformed in the process, including publishing, banking, retailing and deliverers of health care, insurance and legal services […] Is there a market for this commercial zeal? Answer: There is a fairly small one now and probably a large one to come in the next decade. But many things must happen technologically and creatively to draw more paying customers.

Ja, das hat sich weitestgehend eingependelt. „Web2.0“ ist jetzt da. Es gibt ausreichend viele Nutzer, die Technologie ist ansprechender und macht vieles einfacher (AJAX) und viele Firmen haben sich bereits auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Alle? Nein, nicht alle. Es gibt noch viele kleine Gallische Dörfer, auch bei uns in Deutschland. Aber es wird besser.

Interessant übrigens, dass damals noch zwischen Internet und Web unterschieden wurde:

Nielsen Media Research (famed for its TV-market analysis) found that 24 million people in the United States and Canada have used the Internet in the past three months–more than 18 million of whom used the Web

Heutzutage wissen viele (vor allem die „digitalen Immigranten“) nicht einmal mehr, dass es diese Unterschiede je gab, oder was sie bedeuteten. Und ich bin mir sicher, dass in weiteren 10 Jahren keiner mehr genau weiss, was das Internet (oder Web, das ist dann auch egal) genau war. Denn alle Geräte werden ständig „online“ sein, man ist eben immer „drin“.

most information on the Internet is already free, as is much software. Experienced Internauts, not used to paying for things they download, may be reluctant to pay as they go. Second, as spectacular as the Web technology is, it still has a considerable way to go to become attractive to the great numbers of consumers who are used to the amenities of mall and catalog culture

Schon damals war klar, dass Inhalte frei bleiben müssen. Es wird in Zukunft nicht mehr reichen, einfach nur Inhalte online zu stellen. Relevanz ist hier das Zauberwort. Es werden diejenigen erfolgreich sein, die Relevanz gewährleisten (oder sogar garantieren) können. Entweder durch die Inhalte selbst, oder eben durch das Remixen, Sortieren oder Kommentieren von Inhalten. Google fährt diesen Ansatz bereits sehr erfolgreich. Keiner geht zu Google, weil sie gute Inhalte haben. Wie denn auch, sie haben ja gar keine. Aber jeder geht zu Google. Und die verdienen mit mehr oder weniger relevanter Werbung jede Menge Geld, bevor sie den Nutzer in die unendlichen Weiten des Webs weiterleiten.

Interessant, was damals alles schon vorausgesehen wurde. Viel interessanter ist da nur noch, dass es jetzt, 12 Jahre später, immer noch Artikel in ähnlicher Tonalität gibt. Oder dass es noch viele Firmen gibt, die den Zug der Zeit immer noch nicht erkannt haben.

(hier gefischt)



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