Polemik 2.0 über Mediennutzung.

Schön. Spreeblick hat auf der Medien 2.0 Konferenz in Frankfurt ein wenig über den „2.0“ Trend und die klassischen Medien hergezogen. (Es war eine „Polemik zum Thema ‘Web 2.0 in den Medien’“ angefragt, schreibt Johnny, als Erklärung).

Und es geht los mit dem klassischen Medium, was am meisten in der Vergangenheit verloren hat:

Reden wir von Zeitungen? Diesem Informationsmedium unserer Urgroßeltern, das uns heute schon mitteilt, was gestern passiert ist? Was könnte eine Zeitung schon über Web 2.0 schreiben? „Hey, schön, dass Sie unsere Zeitung gekauft haben, aber wir möchten Ihnen mitteilen, dass sie dies hier alles schon gestern im Internet hätten lesen können und nicht nur das: Sie hätten es speichern, zitieren und durchsuchen können, sie hätten die Texte mit anderen teilen und diskutieren können! Und nun viel Spaß beim Wegwerfen dieser Blätter, kaufen Sie sich doch einfach morgen neue!“?

Oder, in Bezug auf Radio:

Oder ist das Radio gemeint, das Medium unserer Großeltern, dessen so-genannte „Formatierung“ in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass man seine Uhr nach den gespielten Songs stellen kann (“Oh, Britney Spears, es muss 12:30 Uhr sein!“) und das in millionenschweren Markforschungskampagnen herausgefunden hat, dass man den dummen Hörern keinen Wortbeitrag über 1 Minute 30 zumuten darf?

Und auch das Fernsehen kommt nicht gut dabei weg:

Diesem hochmodernen Medium, das so tolle Nachrichten hat wie: „Wir können Ihnen jetzt einen Film zeigen, der vor zwei Jahren im Kino lief und den es seit einem Jahr auf DVD gibt.“ – „Super, ja, den würde ich mir gern noch ein fünftes Mal ansehen, zeig her!“ – „Ähm… gut… also… sagen wir: nächsten Freitag um 23 Uhr?“

Und, zu guter letzt, quasi als Zusammenfassung:

Als erstes Massenmedium der Geschichte ist es nämlich so gut wie unkontrollierbar, sei es politisch, technisch, unternehmerisch oder redaktionell. Es ist ebenso offen für Lügen und Scharlatane wie es offen ist für Wahrheit und Genies. Es entspricht somit dem wirklichen Leben viel mehr, als es seine Virtualität vorgibt.
Und: Seine Produktionsmittel sind so gut wie überall verfügbar und nicht selten kostenfrei, die Zeiten der elitären Medien-Produktionshoheit sind also vorbei. Und so kann man vermuten, dass die Möglichkeit der Veröffentlichung für Jedermann auf längere Sicht ähnliche gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringt wie die Erfindung Gutenbergs, welche das Lesen für uns alle möglich gemacht hat.

Recht hat er. Die Frage ist natürlich, wie lange es dauern wird, bis diese neue Mediennutzung die Mehrheit der Gesamtbevölkerung erreicht hat. Aber es geht ja nicht nur um die (zunehmend schwindende) jüngere Generation, sondern vor allem auch um die sich ändernde Mediennutzung bei den Älteren. Und die holen ja angeblich gerade stark auf.

(danke für den Hinweis)



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