Retrofuturismus

Spiegel hat einen schönen Artikel über Retrofuturismus im Design. Sprich: das Design heute lehnt sich stark an das Design der 50ger und 60ger Jahre an – wir erleben heute vieles in einem Design, das eigentlich Retro sein sollte, aber aus der damaligen Sicht futuristisch war.

Faszinierend finde ich die Bilder der Spiegel Kantine, die angeblich heute immer noch so aussieht. Ich mag dieses Design ja grundsätzlich – wenn ich abends unterwegs bin und schon ein paar Biere oder Cocktails getrunken habe. Aber die Kantine würde ich ja tagsüber besuchen und das wäre zu hart.

Generell stellt der Spiegel die Frage, ob diese Rückschau für unsere zukünftige Entwicklung (was Design angeht) gut ist. Und ich meine ja. Es gab in der Geschichte immer wieder Rückschauen. In der Renaissance zum Beispiel (und auch danach) hat man sich wieder sehr stark auf die Antike bezogen.
Gut, dazwischen lagen ein paar hundert Jahre, nicht wie hier, nur ein paar Jahrzehnte. Aber ich schätze, dass solch eine Zäsur generell eine Bedeutung hat.

Aus irgendeinem Grund, vermute ich mal, meinen die Künstler, Architekten, etc., dass man mit den bestehenden Ansätzen nicht mehr weiterkommt, weshalb man, statt neues zu entwickeln, sich erst mal auf alte, bekannte Werte besinnt, um dann daraus neue Kraft zu schöpfen.

Vielleicht sind wir an solch einem Punkt angelangt. Nur blicken wir eben nicht Jahrhunderte zurück, denn dazu war die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten eben doch zu einschneidend. (Im Vergleich zur Renaissance, die das ganze Mittelalter ausblenden musste, um einen neuen – oder alten – wertigen Ansatzpunkt zu finden. Und jetzt müsste ich mich eigentlich über die Kirche auslassen, die die Menschheit ein ganzes Mittelalter lang behindert hat, sich weiterzuentwickeln. Aber das ist ein anderes Thema und ich will mich ja nicht aufregen 🙂 )

In der Musik ist man anscheinend weniger wählerisch. Inzwischen werden unzählige Songs aus den 70gern und 80gern mit neuen Girl- und Boygroups aufgelegt. Und das Resultat ist (in der Regel) schlecht, verglichen mit dem Original. Aber der Erfolg, so scheints, sehr ansehnlich.



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